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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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ohne Bewegung, woraus denn folgt, daß im Unbewegten nicht wohldas Princip der Bewegung oder das an sich gute eine Stelle findenkann. Deßhalb wird auch in der Mathematik") dieses Princip beikeinem Beweis zu Hilfe genommen, kein Beweis wird darauf gegrün-det, daß etwas besser oder schlechter ist, ja es fallt niemanden ein, diesePrincipien auch nur zu erwähnen. Dich bestimmte einige Sophisten,z. B. den Aristippus, das Mathematische mit Koth zu bewerfen; dennwährend bei allen Künsten, auch beim gemeinen Handwerk, wie beimBaugewerk und bei der Schusterei, alles darauf ankomme, ob etwasbesser oder schlechter sei, sei in der Mathematik von Gutem undSchlechtem gar nicht die Rede. Allein andererseits, wenn mehrereWissenschaften nöthig sind für die Principien und jedes Princip seinebesondere Wissenschaft hat, welche von diesen Wissenschaften ist dieeigentliche Wissenschaft oder welche von ihnen muß man in erster Liniebesitzen, um die Gegenstände, mit welchen wir es zu thun haben, zuverstehen? Es ist ja möglich, daß bei einem und demselben Gegenstandalle die verschiedenen Principien zur Anwendung kommen, z. B. beieinem Haus: hier ist die Kunst und der Baumeister das bewegendePrincip; das Werk ist das Warum ^), Erde und Steine sind die Ma-terie, der Begriff ist das formale Princip. Fragen wir nun an derHand unserer früheren Bestimmungen, welche von diesen Wissenschaf-ten wir als die eigentliche Weisheit, die metaphysische Wissenschaft zubezeichnen haben, so sind wir berechtigt, diesen Namen auf jede dervier anzuwenden. Kommt es nemlich darauf an, daß diese Wissen-schaft die vor allen herrschende und leitende ist, und daß die andernWissenschaften in unbedingter Abhängigkeit von ihr stehen und ihr garnicht widersprechen dürfen, so trifft dieß zu auf die Wissenschaft desZwecks und des Guten; denn um dieses willen ist alles andere da;legen wir den Hauptwerth auf die Bestimmung, daß sie die Wissen-schaft der ersten Ursachen und des am meisten Wißbaren ist, so bekom-men wir die Wissenschaft des Wesens. Man kann nemlich dasselbe aufverschiedene Art wissen: allein wir erkennen das höhere Wissen dem-

>) Das mathematische ist unbewegt.

H Nemlich als fertig, vollendet gedacht, also im Krund -s- Nr. t Begriffd-S Hauses.