Drittes Buch.
Erstes Kapitel.
Wie nothwendig und nützlich es ist, daß man die in der Metaphysik zulösenden Fragen sich klar macht und richtig formnlirt. Welcher Art
diese Fragen sind/
Um zu dem Wissen zu gelangen, welches wir finden möchten, istes nothwendig, daß wir zuerst eine Reihe von Fragen untersuchen,hinsichtlich deren wir von vornherein constaliren müssen, daß wir nichtsgewiß wissen; ich habe die Ansichten im Auge, welche manche früherePhilosophen über solche Punkte ausgestellt haben nud was etwa sonstnoch bisher nicht gehörig untersucht worden ist. Will man aber Ge-wißheit finden, so ist es gut, wenn man sich vorher in der rechtenWeise durch die Ungewißheit windet; denn die spüter gefundene Ge-wißheit ist eine Lösung der vorher bestehenden Ungewißheit, lösen aberkann man nicht, wenn man nicht weiß, was es mit dem Knoten füreine Bewandtniß hat. Allein die Ungewißheit des Denkens bringtuns hier auf den richtigen Standpunkt, den wir zu dem Gegenstandeinzunehmen haben: denn wo das Denken die Ungewißheit fühlt, daist es gerade, wie wenn man gebunden ist: in beiden Fällen ist es un-möglich, weiter zu kommen. Deßhalb ist es nöthig, sich vorher sämmt-liche Schwierigkeiten klar zu machen, aus den angegebenen Gründenund weil man bei solchen Untersuchungen, wofern man nicht vorherdie Ungewißheit constatirt hat, gar nicht weiß, welchen Weg man ein-zuschlagen hat; überdieß kann man sonst auch gar nicht einmal wissen,ob man das, was man sucht, gefunden hat oder nicht; denn ohne jene