lichen Dinge aber setzte er als getrennt von den Ideen, aber zugleichals nach denselben benannt; denn nach Plato hat das Viele, was mitden Ideen wesensgleich und daher auch gleichnamig ') ist, ein wirk-liches Sein nur nach Maßgabe seiner Theilnahme an den Ideen.Wenn übrigens Plato von Theilnahme spricht, so hat er nur denAusdruck gewechselt; denn die Pythagoreer sagen, das Seiende habeein wirkliches Sein vermöge einer Nachahmung der Zahlen, das pla-tonische „Theilnahme" ist also nur eine andre Bezeichnung. Was esaber näher für eine Bewandtniß haben mag mit dieser Theilnahmeoder Nachahmung, das haben sie nicht untersucht"). — Außer demSinnlichen und den Ideen hat'Plato noch ein drittes, was in derWitte zwischen beiden steht, nemlich das Mathematische; dieses unter-scheidet sich von dem Sinnlichen dadurch, daß es ewig und unver-änderlich ist, von den Ideen dagegen dadurch, daß das Mathematischeein Vieles, unter sich Aehnliches ist, während von den Ideen jede nurals Eine vorhanden ist. Da nun aber die Ideen die Ursachen allesandern sind, so folgte hieraus für Plato, daß die Elemente der Ideendie Elemente alles Seienden sind. Als materielle Principien nun setzteer das Große und Kleine, als eigentliches Wesen aber, als formalesPrincip, das Eins; denn aus dem Großen und Kleinen entstehen nachPlato vermöge der Theilnahme an dem Eins die Ideen, welche er mitden Zahlen identifizirt ^). Was übrigens Plato sagt, das Eins seieigentlich Substanz und es sei also „Eins" nicht eine Bezeichnung, dieirgend einem andern beigelegt werden könne, so stimmt er darin mitden Pythagoreern überein; ebenso auch darin, daß nach ihm die Zah-len es sind, worin die übrigen Dinge den Grund ihres Wesens haben.Eigen aber ist ihm, daß er anstatt des als Eins gesetzten Unbegrenzten
Wesensgleichheit und NamenSgleichheit ist enthalten in dem aristotelischen„synonym".
2) In Betrefs dieses Vorwurfs vgl. Zeller platonische Studien S. 23S.
3) Die Zahl ist der Ausdruck für das, was zwischen dem sinnlichen Einzeln-
wesen und der reinen Idee, dem Eins, in der Mitte liegt. Indem also die reineIdee mit der Materie, dem Kleinen und Großen, sich verbindet, entsteht diejenigeForm der Idee, welche als Zahl bezeichnet wird. Man könnte auch — mit Zellerplat. Stud. S. 23k — übersetzen: die Ideen werden zu Zahlen. Dann abermüßte wohl der Artikel vor gestrichen werden.