auch bei allen andern Begriffen, mögen sie verschieden sein von demgenannten Begriff Thier, oder mögen sie unter ihm begriffen sein, wiez. B. Vogel, was so einzutheilen ist, daß jeder Vogel darunter be-griffen werden kann, und ebenso Fisch. Geht man in dieser Weise zuWerk, so kann inan wissen, daß nichts übergangen worden ist; sonstaber ist es unvermeidlich, daß man übergeht und nicht weiß. Dagegenist es keineswegs nöthig, daß man, um zu definiren und einzutheilen,alles Seiende wisse. Es behaupten freilich Einige i), daß es unmöglichsei, die Unterschiede zu wissen, wodurch sich das Ding von Anderemunterscheidet, wenn man nicht alles Andere kenne; ohne die Unter-schiede aber könne man nicht jedes Ding kennen; denn mit dem, vonwelchem es sich nicht unterscheide, sei es identisch, von dem aber, vonwelchem cs sich unterscheide, sei es verschieden. Erstlich ist nun dieletztere Behauptung falsch: denn nicht jeder Unterschied bewirkt einAnderssein; es gibt nemlich viele Unterschiede, welche dem der Artnach Identischen zukommen, jedoch Unterschiede, die nicht wesentlichund nicht an sich sind. Sodann, wenn man die Glieder des Wider-spruchs und den Unterschied genommen hat und gefunden, daß allesaus die eine oder andere Seite fällt, und nun weiter findet, daß dasGesuchte auf der einen Seite steht und diese kennt, so kommt es nichtdaraus an zu wissen, oder nicht zu wissen, von was sonst auch dieUnterschiede ansgesagt werden können. Es ist ja klar, wenn man beisolchem Fortschreiten zu demjenigen gelangt ist, was keinen Unterschiedmehr in sich schließt, so hat man den Begriff des Wesens. Daß aberalles in die Eintheilnng hineinsällt, wenn man Glieder des Wider-spruchs hat, zwischen welchen nichts weiteres mehr ist, ist kein Postu-lat; es muß ja nothwendig alles zum einen oder andern gehören,wenn es ein wirklicher Unterschied des Gattungsbegriffs ist.
Um eine Definition durch die verschiedenen Stufen der Einthei-lnng zu construiren, muß man auf drei Punkte genau achten: darausdaß man dasjenige nimmt, was als Aussage zur Definition wirklichgehört, sodann daß man dieses richtig stellt, je nachdem etwas an ersteroder zweiter Stelle stehen muß, und drittens daß man scimmtliche Be-stimmungen nimmt. Das erste von diesen Stücken ist dadurch möglich,
l) SpeusipxuS.