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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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entsteht und besteht, die Natur bewirkt theils um eines Zweckes willen,theils aus Nothwendigkeit. Die Nothwendigkeit ist aber eine doppelte:sie folgt entweder der Natur und dem Trieb, oder ist sie eine Gewalt,welche dem natürlichen Trieb widerspricht, wie z. B. ein Stein ausNothwendigkeit noch oben und nach unten fliegt, aber nicht aus dergleichen Nothwendigkeit. Bei dem aber, was aus Grund von Ueber-legung geschieht, ist das eine niemals von selber, wie z. B. ein Haus,eine Bildsäule, und nicht aus Nothwendigkeit, sondern eines Zweckeswegen, das andere ist zufällig, wie Gesundheit und Rettung. Beson-ders ist dieß da der Fall, wo etwas so oder so kein kann, wenn es da-bei nicht von ungefähr geworden ist, so daß also das Ziel, das Gute,weßhalb etwas geschieht, entweder von Natur ist oder durch Kunst.Dnrch Zufall aber geschieht nie etwas, was zu einem Zweck geschieht.

Zwölftes Kapitel.

Ursache und Wirkung in Beziehung auf die Gegenwart, Vergangenheitund Zukunft.

Dasselbe, was Ursache ist für das Seiende, ist es auch für dasWerdende, das Gewordene und das, was sein wird; denn der Mittel-begriff ist die Ursache, jedoch für das Seiende ein Seiendes, für dasWerdende ein Werdendes, für das Gewordene ein Gewordenes, fürdas Zukünftige ein Zukünftiges. Z. B. warum ist die Verfinsterunggeworden? weil die Erde in die Mitte getreten ist; sie entsteht, weildie Erde in die Mitte tritt, sie wird sein, weil die Erde in die Mittetreten wird, sie ist, weil sie in der Mitte steht. Was ist das Eis?Nehmen wir an, es sei gefrorenes Wasser. 0 sei Wasser,gefroren, U die Ursache, der Mittclbegriff, nemlich völliges Fehlenvon Wärme. Nun kommt U dem 0 zu, dem 6 aber das Gesrorensein L.. So entsteht also das Eis, weil U wird, es ist geworden, weilU geworden ist, es wird sein, wenn L sein wird.

Was also in dieser Weise Ursache ist und das, wovon es Ursacheist, das entsteht beides zugleich wenn es entsteht, und ist zugleich, wennes ist, und ebenso ist es bei dem Gewordensein und zukünftigen Sein.Bei dem aber, was nicht zugleich ist, ist die Frage: ist es möglich, daßin der stetig zusammenhängenden Zeit, wie es uns vorkommt, das eine