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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
255
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zuerst Behauptete dem Schlußsatz entgegengesetzt ist, muß eine Wider-legung vorhanden sein; die Widerlegung ist nemlich ein Schluß desWiderspruchs. Wenn aber gar nichts zugegeben wird, ist keine Wider-legung möglich, denn es gibt ja keinen Schluß, wenn sämmtliche Be-griffe verneinend sind, also auch keine Widerlegung; den» wennWiderlegung sein soll, so muß ein Schluß vorhanden sein, das Vor-handensein eines Schlusses aber macht noch keine Widerlegung noth-wendig. Ebenso auch wenn in der Antwort nichts allgemein gesetztwird; denn es muß dieselbe Bestimmung ') gelten für die Wider-legung wie für den Schluß.

Eiiiundzwanzigstes Kapitel

Von Täuschungen beim Schließen.

Wie wir nun in der Aufstellung der Begriffe uns täuschen kön-nen, so kommt die Täuschung bisweilen auch vor in der Art der Aus-fassung; z. B. wenn es möglich ist, daß eins und dasselbe Mehreremeigentlich zukommt, so kann man sich hinsichtlich des einen täuschenund meinen, es komme ihm nicht zu, während man beim andern dasRichtige weiß. Gesetzt nemlich, daß ^ dem L und dem 0 an und fürsich zukomme, und diese ebenso dem ganzen O. Wenn man nun meint,L. komme allem L zu und dieses dem Ö, -4. aber nicht dem ll und 0allem v, so wird man in einer und derselben Beziehung von einemund demselben Kenntniß und Unkenntniß haben ^). Ferner wenn mansich täuscht hinsichtlich dessen, was zu derselben Begriffsreihe gehört,z. B. wenn ^ dem 6 zukommt, L aber dem 0 und 0 dem I) und mannähme an, daß L. allem L zukomme und wiederum keinem 6; in

>1 Daß aus lauter partikuläre» Vordersätze» kein Schluß folgt.

2> I. Richtiger Schluß:

Jedes zweifüßige L ist ein Thier L,

Jeder Mensch 0 ist zweifüßig,

Jeder Mensch ist ein Thier.

II. Irriger Schluß:

Nichts Vernünftiger 6 ist ein Thier,

Jeder Mensch ist vernünftig,

Kein Mensch ist ein Thier.