180
welche man kein bestimmtes Wort hat. Es ist daher in einem solchenFall schwer, die Schlüsse aus die Figuren zurückzusühren. Oft hatauch ein Jrrthum seinen Grund eben in einer solchen Bemühung, z.B.weil der Schluß auf etwas sich bezieht, wobei es keinen Mittelbegriffgibt. Es soll sein — zwei Rechten, 6 — Dreieck, 6 — gleich-schenklig. Dem 0 kommt nun L. zu durch Vermittlung von 6, dem6 aber ohne weitere Vermittlung, denn das Dreieck hat an und fürsich zwei rechte Winkel, es gibt also kein Mittleres bei ^8, obgleich esbeweisbar ist. Man sieht nemlich, daß das Mittlere nicht immer zunehmen ist wie ein bestimmtes Dieses, sondern oft als ein ganzer Satz,wie in dem eben angegebenen Beispiel.
Sechsimddreißigstes Kapitel.
Von der sprachlichen Fassung der Schlüsse.
Daß das Erste dem Mittleren und das Mittlere dem Letzten zu-kommt, darf man nicht immer in der Weise nehmen, daß das eine vomandern ausgesagt werde oder daß das Erste dem Mittleren in dergleichen Weise zukommen müßte, wie das Mittlere dem Letzten. Unddasselbe gilt auch vom Nichtzukommen. Vielmehr muß man das Zu-lommen verstehen in ebenso vielen Bedeutungen, als man das Seinversteht und als es richtig ist, dieß als so und so zu bestimmen. Z. B.daß Eine Wissenschaft da ist für das Entgegengesetzte. Es sei nemlichL. — es ist Eine Wissenschaft da, 8 — das einander Entgegengesetzte.Nun kommt dem 8 zu nicht in dem Sinn, daß das Entgegengesetzteeben das wäre, daß Eine Wissenschaft da ist, sondern in dem Sinn,daß es richtig ist zu sagen, es sei für das Entgegengesetzte Eine Wissen-schaft da.
Es kommt vor, daß in gewissen Fällen das Erste vom Mittlerenausgesagt wird, nicht aber das Mittlere vom Dritten; z. B. wennman sagt: die Weisheit ist eine Wissenschaft, die Weisheit hat da?Gute zum Gegenstand, so ist der Schlußsatz: also hat eine Wissenschaftdas Gute zum Gegenstand; nicht also ist das Gute selbst eine Wissen-schaft, wohl aber ist die Weisheit eine Wissenschaft. Manchmal aberwird das Mittlere vom Dritten ausgesagt, während das Erste vom