Hiuliegens, des Stehens, des Sitzens sind an sich nicht Lagen, sie wer-den nur in abgeleiteter Weise nach den genannten Lagen') benannt.
Beim Relativen ist eine Entgegensetzung möglich; z. B. Tugendist entgegengesetzt dem Laster, — beide aber gehören znm Relativen— und Wissen ist entgegengesetzt der Unwissenheit. Doch kommt nichtallem Relativen ein Entgegengesetztes zu, z. B. dem Doppelten istnichts entgegengesetzt, ebenso wenig dem Dreifachen n. dgl.
Das Relative kann das Mehr und Weniger in sich aufnehmen;denn man sagt, es sei etwas mehr und weniger ähnlich und unähnlich,es sei etwas gleich und daneben, es sei ungleicher^), — dieses Beidesgehört zum Relativen; denn das Aehnliche ist einem Andern ähnlichund das Ungleiche ist einem Andern ungleich. Nur ist das Mehr undWeniger nicht bei allem Relativen znläßig, denn z. B. das Doppelteist nicht mehr und weniger doppelt, noch sonst etwas dergleichen.
Alles Relative steht im Verhältniß zu einem Andern in der Art,daß eine Umkehrung beider stattfinden kann, z. B. vom Sklaven sagtman: Sklave des Herrn, und vom Herrn: Herr des Sklaven, vomDoppelten sagt inan: das Doppelte vom Halben, und vom Halben:das Halbe des Doppelten; das Größere ist größer als das Kleinereund das Kleinere ist kleiner als das Größere. So ist es auch beimAndern, nur daß bisweilen im Ausdruck^) ein Unterschied stattfindet;z. B. das Wissen ist Wissen des Wißbaren und das Wißbare ist wiß-bar durch das Wissen, die Wahrnehmung ist Wahrnehmung des Wahr-nehmbaren und das Wahrnehmbare ist wahrnehmbar durch Wahrneh-mung. Bisweilen aber tritt auch der Fall ein, daß keine Umkehrungmöglich ist, wenn man ncmlich nicht eigentlich dasjenige nennt, zuwelchem etwas unmittelbar in Beziehung steht, sondern in der Benen-nung einen Fehler macht; z. B. wenn man sagt: Flügel des Vogels,so kann man es nicht umkehreu und sagen: Vogel des Flügels. Hierist die erste Bezeichnung nicht eigentlich zutreffend: „Flügel des Vogels";denn nicht insofern das Thier ein Vogel ist, kann man von einem
>> Nach Daliege», Stehen, Sitze» als Zustand betrachtet.
2) taor- «r-lSttiT'kpor-.' ein Mehr und Weniger findet statt beim Un-gleichen, aber nicht beim Gleichen.
>') Für das Griechische zunächst ein Unterschied des Casus (ris im
Deutsche» aber ist eine Präposition nothwcndig.