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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
17
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und Nachweisen, wo jeder liegt in der Fläche und mit welchem andernTheil er unmittelbar zusammenhängt. Desgleichen haben auch dieTheile der Fläche eine gewisse Lage, sofern man ebenfalls Nachweisenkann, wo jeder Theil liegt und welche Theile mit einander unmittelbarZusammenhängen. Ebenso ist es auch bei den Theilen des Körpersund bei den Theilen des Raums. Dagegen bei der Zahl läßt sich nichtwohl Nachweisen, daß die Theile derselben eine gewisse Lage zu ein-ander haben, oder irgendwo liegen, oder welche Theile unmittelbar miteinander zusammenhängen. Ebensowenig bei den Theilen der Zeit,denn keiner von den Theilen der Zeit beharrt, was aber nicht behar-rend ist, kann doch nicht wohl eine Lage haben. Vielmehr kann mansagen, es habe eine gewisse Ordnung, sofern der eine Theil der Zeitfrüher ist, der andere später, und ebenso bei der Zahl, sofern das Einsin der Zählung der Zwcizahl vorangeht und die Zweizahl der Drei-zahl; also eine gewisse Ordnung kann man hierin finden, eine Lageaber läßt sich durchaus nicht annehmen. Ebenso ist es bei der Rede,denn kein Theil der Rede beharrt, sondern was einmal ausgesprochenist, ist ausgesprochen und man kann dasselbe nicht mehr ergreifen, so-mit kommt den Theilen der Rede keine Lage zu, wenn ja doch keinTheil beharrt. So haben wir also beim Quantitativen anznnehmen,daß es theils aus Theilen besteht, welche eine Lage haben, theils ausTheilen, welche keine Lage haben.

Im eigentlichen Sinn nun kommt der NameQuantitatives"nur dem bisher Genannten zu, alles Andere heißt so nur in acciden-teller Weise; wenn wir nemlich Anderes als quantitativ bezeichnen,so thun wir dieß nur mit Rücksicht aus jenes erstere, eigentlich Quan-titative. Z. B. das Weiße wird als viel bezeichnet, sofern es vielFläche hat, die Handlung als lang, sofern viel Zeit zu der Handlunggehört, und ebenso ist es, wenn man von viel Bewegung redet. Nem-lich das Alles heißt quantitativ nicht an und für sich selbst. Z. B.wenn man erklärt, von welchem Umfang etwa die Handlung ist, somuß man sie nach der Zeit bestimmen, man sagt, sie umfasse ein Jahrund dergl.; erklärt man, wie groß das Weiße ist, so muß man esnach der Fläche bestimmen; denn die Bestimmung des Weißen in quan-titativer Beziehung hängt von der Quantität der Fläche ab. So kannalso im eigentlichen Sinn nur das zuerst Genannte als quantitativ

Aristoteles, Organon. 2