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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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ist aber nicht möglich, daß ein Körper zwar Seele und unterschei-dende Vernunft besitze, dagegen keine Sinneswahrnehmungnemlich ein Körper, welcher nicht an Einem Ort beharrt und ge-schaffen ist '); denn wozu sollte er dann Vernunft haben? Einsolcher Besitz müßte entweder der Seele förderlich sein oder demKörper. Nun aber ist keines von beiden der Fall; denn die Seelewird deßhalb nicht mehr denken, der Körper aber wird nichtsin seiner Existenz dadurch gewinnen -). Folglich müssen wir sa-gen, daß kein Körper, welcher nicht an Einem Ort beharrt, eineSeele hat ohne Wahrnehmung.

Wenn nun der Körper Sinneswahrnehmung hat, so mußer entweder einfach sein oder gemischt. Einfach aber kann er un-möglich sein, denn er würde dann keinen Tastsinn haben, diesenaber muß er nothwendig haben. Dieß ergibt sich aus folgendem:da das Thier ein beseelter Körper ist, jeder Körper aber tastbarund tastbar dasjenige ist, was durch Tastsinn wahrgcnommenwird, so muß nothwendig auch der Körper der Thiere fähig seinzu tasten, wenn das Thier sich soll erhalten können ^). Die an-dern Sinne ferner nehmen wahr vermittelst eines Andern, wie derGeruchssinn, der Gesichtssinn und der Gehörsinn; Tastsinn abermuß das Thier nothwendig haben, um vermittelst des Tastensdas eine fliehen, das andre ergreifen zu können; wäre dieß nicht,so könnte das Thier unmöglich sich erhalten^). Darum ist auchder Geschmackssinn so zu sagen eine Art von Tastsinn, denn erbezieht sich auf die Nahrung, die Nahrung aber ist der tastbareKörper. Dagegen Schall, Farbe und Geruch nähren nicht undbewirken weder Wachsthum noch Abnahme. Deßhalb muß auchnothwendig der Geschmackssinn eine Art von Tastsinn sein, weiler der Sinn für das Tastbare und Ernährende ist. Diese bei-

Also der weder Pflanze noch himmlischer Körper ist. Die Worteonclk haben leinen Sinn.

Ohne sinnliche Wahrnehmung hätte weder die Seele noch der Körper einenGegenstand zweckmäßiger Thätigkeit, die Wahrnehmung ist für letzteren die Grundlage.

3) Könnte das Thier nicht tasten, so könnte es seinen Körper, der ja Ge-genstand des Tastens ist, nicht beherrschen.

Die andern Sinne stehen ihrem Gegenstand fern, beim Tasten handelt essich um das Nächste, um den unmittelbaren Schutz des Körpers.