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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
124
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der Gattung)'), so ist die Frage, ob das Denken der letzterenArt, das auf's Einzelne gehende, das Bewegende ist, oder dasAllgemeine? Wohl beide zumal, doch so, daß das eine^) mehrruht, das andere nicht.

Zwölftes Kapitel.

Stufenfolge der einzelnen Sinne und Vermögen.

Die ernährende Seele muß nothwendig Allem zukommen,was überhaupt lebt, und zwar hat dieses eine Seele von seinemEntstehen au bis zu seinem Aufhören; denn was entstanden ist,muß Wachsthum, Blüthezeit und Vergehen haben, dieses aberist nicht möglich ohne Nahrung; folglich muß nothwendig dasernährende Vermögen in Allem sein, was wächst und vergeht.

Sinnliche Wahrnehmung aber muß nicht nothwendig inAllem sein, was lebt: denn weder dasjenige, was einen einfachenKörper hat, kann den Tastsinn besitzen (ohne diesen aber ist kein leben-des Wesen denkbar), noch dasjenige, was nicht im Stande ist, dieForm ohne die Materie auszunehmen ^). Dagegen das Thier mußnothwendig Sinneswahruehmung besitzen, wenn doch die Naturnichts umsonst schafft. Denn um eines Zwecks willen ist allesNatürliche da, oder cs ist doch so, daß es das Zweckmäßige be-gleitet. Wenn nun also ein Körper wäre, welcher gehen könnte,ohne Wahrnehmung zu haben, so würde er zu Grund gehenmüssen und nicht au sein Ziel ^) gelangen, während dieses letzteredoch von der Natur geschaffen ist; denn wie sollte er sich ernäh-ren? Dem an Einem Ort beharrenden Geschöpf freilich genügtzur Existenz dasjenige, aus welchem es hervorgegangen ist ^). Es

1) Also muß ich dieses Bestimmte thu». Das allgemein Reflectirende beziehtsich nur aus's Allgemeine, die Gattung, findet aber noch nicht Anwendung auf dasindividuelle Subjekt, und das einzelne, bestimmte Objekt. (Lies röctk T'ofvvz/statt roctk ro

2) Das aus's Allgemeine gehende Denken verhält sich passiver.

ös S. Kap. 8 msä.

D. h. zu seiner Nahrung.

0) Die Pflanzen gewinnen ihre Nahrung aui dem Boden, sie brauchen keineBewegung, also auch keine sinnliche Wahrnehmung.