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nothwendig auch das Gehör ein gewisses Verhältnis; sein. Unddieß ist denn auch der Grund, weßhalb jedes Zuviel zerstörendwirkt, wie z. B. das Hohe und Tiefe, wenn es zu stark ist, beimGehör, ebenso das Schmeckbare beim Geschmackssinn und bei denFarben das allzu Glänzende oder Dunkle auf den Gesichtssinn,und beim Riechen der allzu süße und starke Geruch auf den Ge-ruchssinn; dieß ist davon aus zu erklären, daß die Wahrnehmungeine Art von Verhältniß ist'). Darum ist etwas angenehm, wennes rein und unvermischt in das Verhältniß Antritt, wie z. B.das Hohe oder Süße oder Salzige; im Allgemeinen aber ist dasGemischte, sofern cs eine Harmonie?) darstellt, angenehmer alsdas einfach Hohe und Tiefe, und für den Tastsinn ist ebenso dasZusammengesetzte angenehmer als das einfach Warme oder Kalte.Jedes Zuviel dagegen wirkt verletzend oder zerstörend. —
Jeder Sinn nun bezieht sich auf das Wahrnehmbare/ welchessein Gegenstand ist, und der Sinn befindet sich in dem betreffen-den Organ als solchem und unterscheidet die einzelnen Merkmaledes Gegenstands seiner Wahrnehmung, so z. B. das Gesicht un-terscheidet weiß und schwarz, der Geschmackssinn süß und bitter,und ebenso ist es bei den übrigen Sinnen. Da wir nun aberauch das Weiße und Süße und überhaupt jedes Wahrnehmbareunterscheiden im Verhältniß zu jedem einzelnen Andern, so ist dieFrage: wodurch wir eigentlich wahrnehmen, daß diese Gegenständesich unterscheiden? Nothwendig durch die Wahrnehmung, denn essind ja Gegenstände der Wahrnehmung. Dadurch ist denn auchdeutlich, daß das Fleisch nicht das letzte unmittelbare Sinnes-organ ist, sonst müßte das Unterscheidende den Gegenstand dadurch
1) Ist ein Schall allzustark, so ist das richtige Verhältniß gestört: weil aberaktueller Schall und aktuelles Gehör zufammenfallen, letzteres also dasselbe Verhält-niß ist wie jenes, so wird anch das Gehör durch ein Zuviel zerstört.
2) Ich lese vat. statt Mm., so daß es weder nöthig scheint,
di« Worts u. s. w. auszuwerfen, noch die Tautologie herauskommt, daß
«S hieße: überhaupt ist das Gemischte mehr Harmonie als das (einsach) Hohe undTiefe"; die Worts ayoF — mögen immerhin Zusatz eines Lesers sein,
Aristoteles' Schrift über die Seels, 7