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Ueberhanpt kann man annehmen, daß sich das Fleisch unddie Zunge zum Sinnesorgan des Tastens gerade so verhalten,wie die Luft und das Wasser sich verhalten zum Gesichtssinn,Gehörsinn und Geruchssinn. Wenn dagegen das Sinnesorganselbst wahrnähme, so würde weder beim einen noch beim anderneine Wahrnehmung möglich sein, wie wenn man z. B. einen Wei-ßen Körper unmittelbar auf die Oberfläche des Auges legt. Hier-aus sieht man deutlich, daß das Organ für's Tasten innen liegt.Bei dieser Voraussetzung ist der Vorgang ganz derselbe, wie beiden andern Sinnen: während nemlich die andern Sinne nichtswahrnchmcn, wenn der Gegenstand unmittelbar auf das Organgelegt wird, so ist doch eine Wahrnehmung vorhanden, wenn manetwas auf das Fleisch legt, woraus denn klar ist, daß eben dasFleisch das Medium beim Tasten bildet.
Gegenstand des Tastsinns sind die Unterschiede des Körper-lichen als solchen; ich verstehe darunter die Unterschiede (Merk-male), welche die Elemente bestimmen, nemlich das Warme undKalte, das Trockene und Feuchte, von welchen wir schon früherin der Schrift über die Elemente ') gesprochen haben. Das Or-gan zur Wahrnehmung dieser Unterschiede ist der Tastsinn unddasjenige 2), in welchem ursprünglich das wohnt, was man Tastennennt, ist der Potenz nach ein solches Glied; das Empfinden oderWahrnehmen ist nemlich eine Art von Afficirt-Werden, so daßalso das, was afficirt, jenes, das potenziell Seiende, so macht,wie es selbst aktuell ist. Daher kommt es, daß wir das gleichWarme und Kalte, und das gleich Harte und Weiche nicht wahr-nehmen ^), sondern nur das Mehr oder Weniger, indem dasWahrnehmen gewissermaßen eine Mitte des im Wahrnehmbarenenthaltenen Gegensatzes darstellt. Und deßwcgen kann sie dasWahrnehmbare unterscheiden. Das Mittlere nämlich ist fähig zuunterscheiden, indem es zu jedem von den beiden Extremen in'sVerhaltniß tritt und dasjenige, welches Weißes und Schwarzes
Vielleicht äs xsv. st corr. II 2. Uebrigens nennt viox. vasrt, ein be-sonderes Werk srot^ktM^.
2) LaS Fleisch.
ch D, h. wir können es durch Tagen nicht von einander unterscheiden.