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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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Und was das Leben betrifft, ob es in irgend einem einzelnenTheil ist oder auch in mehreren ober in allen, oder ob etwas an-deres davon die Ursache ist? Es sagen nun Einige, die Seelesei theilbar und der eine Theil denke, der andere begehre. Aberwas ist nun dasjenige, welches die Seele zusammenhält, wenn sieihrer Natur nach theilbar ist? Doch offenbar nicht der Körper,im Gegentheil, es ist ja vielmehr anzunehmen, daß der Körper;durch die Seele zusammengehalten werde; wenigstens löst sich derKörper in die Luft auf und verfault, wenn die Seele ihn ver-lassen hat. Ist cs also etwas Anderes, das die Seele zur Ein-heit macht, so wäre jenes Andere am ersten für die Seele zuhalten. Dann wird man aber wieder fragen müssen, ob diesesAndere Eines ist oder vieltheilig. Ist es nemlich Eines, warumist nicht sofort auch die Seele Eines? ist es aber vieltheilig, sowird sich wieder die Frage erheben, wodurch es zusammengehaltenwird und diese Untersuchung würde dann in's Unendliche fort-gehen. Man könnte dann auch im Zweifel sein hinsichtlich derTheile der Seele, welche Funktion jeder Theil in dem Körperanszuüben vermöge. Denn wenn die ganze Seele den ganzenKörper zusammenhält, so ist zu erwarten, daß auch jeder einzelneTheil einen Theil des Körpers Zusammenhalte. Dieß aber scheintnicht möglich zu sein; denn was wäre das für ein Theil, welchender Geist ') Zusammenhalten sollte, und wie sollte das geschehen?Es wäre schwer, auch nur eine phantastische Vorstellung davon zugewinnen. Ferner scheint es, daß die Pflanzen, wenn man siezertheilt, noch leben und ebenso auch einige Insekten, wobei an-zunehmen sein wird, daß sie dieselbe Seele behalten, nemlich die-selbe der Art nach, wenn auch nicht der Zahl nach; jeder ein-zelne Theil nemlich hat Wahrnehmung und bewegt sich hinsichtlichdes Orts eine gewisse Zeit lang. Wenn sie aber nicht langefortleben, so ist das wohl zu begreifen, sie haben ja kein Organ,um ihre Natur zu erhalten. Jedenfalls hindert das nicht, daßnicht in jedem Theil sämmtliche Theile der Seele enthalten seien,

l) Da ja der Geist über den Körper viel zu erhaben ist, um in so engeVerbindung mit ihm zu treten.