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artig ist oder nicht, und wenn keine Gleichartigkeit anzunehmenist, ob die einzelnen Seelen der Art oder der Gattung nach ver-schieden sind. Für jetzt scheinen diejenigen, welche sich mit Unter-suchungen über die Seele beschäftigen und Theorieen aufstellen,sich lediglich auf die menschliche Seele zu beschränken.
Ferner müssen wir uns durchaus klar machen, ob der Be-griff der Seele ein einiger ist, wie der Begriff des Thiers, oderob bei jeder einzelnen Seele wieder ein anderer, wie dieß bei denBegriffen Pferd, Hund, Mensch, Gott der Fall ist, wobei dennder Begriff des Thiers im allgemeinen entweder gar nichts ') istoder doch nur später 2 ); und ebenso ist es bei anderem, was etwasonst noch als gemeinsam ausgesagt wird.
Ferner, wenn es nicht viele Seelen gibt, sondern nur Theileder Seele, so ist die Frage, ob man zuerst die Seele im ganzenuntersuchen muß oder die Theile. Und da ist cs wieder schwer,genau zu bestimmen, wie sie von Natur beschaffen sind als voneinander verschieden, und ob man zuerst die Theile selber einerUntersuchung unterwerfen muß oder ihre Funktionen, z. B. obzuerst das Denken oder das Denkvermögen, das Wahrnehmenoder das Organ der Wahrnehmung n. s. f. Und wenn man zu-erst die Funktionen untersuchen muß, so entsteht wieder die Frage,ob man nicht noch früher als diese Funktionen das ihnen Corre-spondircnde 3) untersuchen soll, also z. B. das Wahrnehmbarevor dem Organ der Wahrnehmung, das Denkbare vor dem Or-gan des Denkens.
Ferner kann man annehmen, daß nicht bloß die Erkenntnißdes Was oder des Wesens förderlich ist für die Betrachtung derUrsachen, welche den Attributen der Substanzen zn Grunde liegen,— wie z. B. in der Mathematik der Begriff des Geraden undKrummen, der Begriff der Linie und Fläche wesentlich ist, umzu erkennen, wie vielen rechten Winkeln die Winkel des Dreiecksgleich sind —, sondern auch umgekehrt, die Erkenntniß der Attri-
1) Nichts real ExistirendeS, sondern etwas, was nur im Denken vorhan-den ist.
2) Als der aus den verschiedenen Arten abstrahirte Gattungsbegriff.
5) D. h. die jeder subjektiven Funktion entsprechenden Objekte.