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4 (1895) Politik
Entstehung
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Aristoteles, Politik.

Bei manchen dieser Empörer wirke» mehrere dieser bewegenden Ur-sachen, z. B. Verachtung und Habsucht, zusammen, wie bei der Em-pörung des Mithrida'tes^ gegen den Ariobarza'nes. Motive dieserArt erweisen sich ganz besonders wirksam bei Männern von kühnemSinn, die eine hohe militärische Stellung bei ihrem Monarchen ein-nehmen; denn Tapferkeit, welche Macht besitzt, gibt Unternehmungs-geist; und da der Besitz beider ihnen einen leichten Erfolg ver-spricht, so schreiten sie zur That.

16. Ganz verschiedener Natur von den im vorigen aufge-stellten Fällen sind diejenigen, wo Ehrgeiz die Triebfeder zur Em-pörung ist, und hat es damit noch eine eigene Bewandtnis. Dennnicht alle unter denen, die der Ehrgeiz zur Empörung gegen dieTyrannen treibt, lassen sich leiten von den in einigen wirkendenMotiven der Neichtümer und Ehren, in deren Besitze sie den Herrschererblicken; sondern im Gegenteil zu solchen, welche durch die erwähnteUrsache getrieben das Wagstiick unternehmen, greifen sie den Herrscheran, gerade so wie sie jede andere außerordentliche That in Angriffnehmen würden, die ihnen einen Namen und Ruhm in der Welt ver-spricht, nicht um der Alleinherrschaft sondern um der Ehre willen.

17. Allerdings ist die Zahl derer, die sich aus diesem Grundean die That machen, sehr klein. Denn cs wird dabei vorausgesetzt,daß ein solcher sein Leben völlig in die Schanze schlagen muß, wennihm die Ausführung der That mißlingt?" Solche Leute müssen eineFestigkeit des Entschlusses haben wie Dion, und die haben nicht viele.Denn als dieser mit nur einer Handvoll Menschen gegen Dionysiuszu Felde zog, erklärte er, daß, der Erfolg möge sich gestalten wie erwolle, es ihm eine Genugthuung sei, die That unternommen zu haben,und daß demnach, wenn ihm bestimmt sein sollte, gleich nach Be-tretung des feindlichen Bodens zu fallen, dies ein schöner Tod fürihn sein würde.

18. Die Tyrannenherrschaft wird einerseits wie jede andere

19. Über Mithridates vgl. Xe'nophon, Kyropädi'e VIII, 8.

29. Schon Aristoteles sah also sehr richtig die Ursache, weshalb soviele Attentate gegen Tyrannen mißlingen. Denn nur wer sein Lebenvollkommen verloren gibt, wird Herr über das Lebe» eines andern.