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4 (1895) Politik
Entstehung
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Drittes Kapitel.

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verjagte es ebenso wieder den Tyrannen Periandcr mitsamt denen,welche sich gegen ihn verschworen hatten, und riß die Staatsgewaltan sich'").

7. Man darf sich überhaupt die Wahrheit nicht verhehlen,daß diejenigen, welche in einem Staat die Ursache eines Machtzuwach-ses geworden sind, mögen es nun Privat- oder obrigkeitliche Personen,Stämme, oder ein beliebiger anderer Theil oder Masse des Volks sein,auch die sind, welche Unruhen erregen. Denn entweder fangen dieje-nigen, welche jenen die ehrenvolle Stellung beneiden, den Aufstand an,oder es wollen sich jene, gestützt auf ihr Ucberaewicht, hinfort nichtmehr mit gleichen Rechten begnügen. Verfassungskämpse entstehen fer-ner auch dann, wenn die anerkannt gegnerischen Partheien im Staate,z. B. die Reichen und das Volk, sich das Gleichgewicht halten, undder Mittelstand unbedeutend oder so gut wie gar nicht vertreten ist.Hat nämlich die eine oder die andre dieser Partheicn ein ganz offen zuTage tretendes entschiedenes Uebergewicht, so wird die andere nichtLust haben, einen Kampf zu wagen. Und hierin liegt auch der Grund,daß die Edelsten und Besten in der Regel keine Nevolutionsmännersind; denn ihrer sind immer nur wenige gegen Viele"). Dies wärenim Allgemeinen für alle Staatsverfassungen die Ursachen und Veran-lassungen zu Revolutionen und Umwälzungen.

8. Als Mittel zu diesen Umwälzungen dient bald Gewalt, baldList; Gewalt, indem man entweder gleich von vorn herein oder hin-terher Zwang anwendct. Auch die List ist eine doppelte. Entwedernämlich weiß die umwälzende Parthei das Volk durch lügnerischeVersprechungen dahin zu bringen, daß es in Uebcreinstimmung mit

w) Aus dem Umstande, daß die Ncvvlntion in Ambracien der in ChalciSgleich gesetzt wird, geht hervor, daß das Volk die Bornehmen hier ebenfallsvertrieb, nachdem es sich vorher im Bunde mit denselben des Tyrannen entle-digt hatte. Göttling erklärt demnach xerr« mit Recht fürmit Hülfe". Fürden Kenner des politischen Lebens der Griechen folgt es schon aus dem Um-stande, daß das Bolk Demokratie einrichtet, was nur nach einem Kampfe mitden Oligarchen geschehen konnte.

") Der Philosoph meint also, wenn sie sich in der Majorität und Neber-lcgcnhcit befänden, so würden ste sich erheben. DieEdlen" unserer Tage schei,neu diese Maxime advptirt zu haben.

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