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4 (1895) Politik
Entstehung
Seite
164
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ZmcitkS Buch.

einen trefflichen Gesetzgeber gehalten. Denn er habe die zu ausschließ-liche Oligarchie abgeschafft, das Volk aus seiner Sklaverei befreitund durch eine geschickte Mischung der Elemente die althergebrachteDemokratie wiederhergestellt. Der Rath des Areopag nämlich sei einoligarchisches, die Wählbarkeit der Magistrate ein aristokratisches, dieEinrichtung der Volksgerichtshöfe ein demokratisches Element. Wahr-scheinlich aber ließ Solon jene von ihm Vorgefundenen Einrichtungen,den Rath und das Recht die Beamten zu wählen, nur fortbestehen,schuf aber die Demokratie dadurch, daß er Gerichtshöfe einrichtete, dievon allen Ständen besetzt wurden. 3. Deshalb erfährt er auch voneinigen Seiten den Tadel, als habe er die eine dieser Gewalten abge-schwächt und die souveräne Gewalt in das durch's Loos zusammentrc-tende Volksgericht verlegt. Denn mit der steigenden Bedeutung diesesInstituts machte man dem Volke wie einem Tyrannen den Hof, unddie Verfassung gestaltete sich zu der gegenwärtigen Demokratie. DenRath des Areopag aber schwächten Ephialtcs') und Periklcs, die Be-soldung der Richter ordnete Periklcs an, und in dieser Weise fuhrjeder Demagoge fort die Machtbefugniß des Volks zu erweitern unddie Verfassung dem Zustande der heutigen Demokratie entgcgenzufnh-ren. 4. Eine solche Entwicklung der Verhältnisse scheint aber nichtin Solons Plan gelegen zu haben, sondern hat sich mehr durch einZusammentreffen äußerer Umstände gemacht. Die Perserkriege näm-lich veranlaßtcn das Volk eine Seemacht zu werden, wodurch eS Muthund Selbstgefühl bekam und des politischen Widerstandes der edlenPatrioten ungeachtet schlechten Demagogen in die Hände gerieth, wäh-rend Solon eigentlich dem Volk nur die allernothwendigste Macht zu-theilt, sich seine Beamten zu wählen und sie zur Rechenschaft zu zie-hen. Denn wenn das Volk auch das nicht einmal könnte, so wäre esso gut wie ein Sklave oder wie ein Feind. Ncbrigcns besetzte Solondie Obrigkeiten sämmtlich aus vornehmen und wohlhabenden Leuten

b Athenischer Staatsmann nnd Palitischer Gehnlfc des PcrikleS. Srward von seinen Gegnern ermordet. lieber seine Thätigkeit zur Beseiti-gung des Areopags, der hauptsächlichsten Schranke, welche der Entfesselung derDemokratie im Wege stand, vergl. Diodor H, e. 7 7. und Plutarch im Lebendeö Cimon e. 15.