Druckschrift 
7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

97

tungsstelle zeigt, das ist früher erörtert worden. Bei einigensind sie nämlich hinterwärts angewachsen und hängen nicht herab,z. B. beim Geschlecht der Schweine, bei andern hängen sie herab,z. B. beim Menschen. 3. Die Fische haben also, wie oben ge-sagt wurde, keine eiförmige Hoden, ebensowenig die Schlangen,dafür haben sie zwei vom Zwerchfell zu beiden Seiten des Rück-grats herabhängcnde Gänge ^), welche oben über dem Ausgangder Ercremente in einen Gang Zusammentreffen. Oben nennen wiraber die Theile nach der Wirbelsäule hin. Diese werden nun zurBrunstzeit voll von Zeugungsstoff, und wenn man sie drückt,tritt der weiße Samen hervor. Die Verschiedenheiten, welche sieunter sich selbst zeigen, muß inan in der Anatomie nachsuchen,auch wird später bei der Betrachtung der Eigenthümlichkeiten einesjeden weitläufiger davon gehandelt werden. 4. Diejenigen Ver-leger dagegen, welche mit zwei oder vier Beinen versehen sind,haben sämmtlich eiförmige, theils weißere, theils blässere, nnt äu-ßerst feinen Adern umgebene Hoden neben den Lenden unterhalbdes Zwerchfells, und von jedem erstreckt sich abwärts ein Gang,welche beide gerade wie bei den Fischen zu einem verschmelzen,über den Ausgang der Ercremente hinaus. Dieß ist das Scham-glied, welches bei den kleinen unbemerkbar ^), bei den größcrn je-doch, z. B. der Gans und ähnlichen, deutlicher wird, Wenn dieBegattung eben statt hatte. 5. Die Gänge sind aber sowohlbei den Fischen als bei diesen in der Lendengegend unterhalb desMagens und der Gedärme zwischen ihnen und der Hohlader an-

2) Bergl. oben II, I.

Im Allgemeinen bilden die Hoden (die sogen. Milch) bei den Fischen ei» Paarlange, zur Laichzeit fast die ganze Unterlcibshöhle erfüllende, läng? der Wirbelsäule lie-gende Säcke, die sich hinterwärts in die Samenleiter verlängern; diese vereinigen sichdann zu einem entweder in die Kloake, oder auf einem Wärzchen hinter dem Astermündenden Gang (Luotus osaculatorius). Die Schlangen haben zwei länglicheHoden mit langen, gewundenen Samenleitern, welche beide in die Kloake am Grundeeiner wenig vortretenben, doppelten, schlauchförmigen Ruthe münden; vsrgl. Theileder Thier- S. 180, Anm. 10.

") Vergl. Theile der Thiere S. 32, Anm. 2.

2) Nur bei wenigen Vögeln (manchen Wasservögeln, Hühner- und Laufvögeln)sinket sich eine Ruthe.

Aristoteles. Rat. d. Thiere. I.

7