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7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
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den Einhufern harnt kein Männchen nach hinten. Die hintern Theilesaimnt den Beinen verhalten sich beim Menschen im Vergleich mit denVierfüßlern eigenthümlich. Einen Schwanz haben fast nicht bloß alleLebendiggebärenden, sondern auch die Eierleger; denn auch wenndieser Theil nicht bedeutend entwickelt ist, so haben sie doch noch wegender Kleinheit eine Art von Stumpf. Der Mensch dagegen ist zwarnngeschwänzt ^), hat aber ein Gesäß, wie kein Vierfüßler. Zudemhat auch der Mensch fleischige Beine, sowohl Schenkel als Waden, dieThiere dagegen haben insgesammt fleischlose, nicht nur die Lebendig-gebärenden, sondern überhaupt alle, welche Beine haben; denn siesind sehnig, knochig oder voll von Gräten Hiefür gibt es so zusagen bei allen nur eine einzige Ursache, weil der Mensch unter allenlebenden Wesen allein aufrecht geht. Damit er nun die obern Theileum so leichter trage und diese leicht seien, so nahm die Natur dieLeibesfülle von oben hinweg und verlegte die Last nach unten; darumhat sie das Gesäß, die Schenkel und Waden fleischig gemacht. Zu-gleich hat sie die Beschaffenheit des Gesäßes zum Ausruhen passendeingerichtet; die Vierfüßler nämlich stehen, ohne zu ermüden, und er-matten auch nicht, wenn sie es ununterbrochen thun (sie ruhen -jagewissermaßen beständig aus vier untcrgestellten Stützen); für dieMenschen ist es dagegen nicht leicht, in ausrechter Stellung zu ver-harren, der Körper bedarf vielmehr der Ruhe und des Sitzens. DerMensch hat somit Gesäß und fleischige Schenkel aus der genanntenUrsache; und darum ist er ungeschwänzt (der Nahrungsstoff nämlich,welcher dahin geht, wurde zu jenen verwendet und der nothwendigeGebrauch des Schwanzes hier weggenommen, weil er ein Gesäß hat);bei den Vierfüßlern und den übrigen Edieren verhält sich dieß aberumgekehrt; da sie nämlich zwergartig sind, so liegt die Last und dieKörperfülle, von unten hinweggenommen, gänzlich obcrwärts. Daher

21) Das aus 45 Wiebeln gebildete Schwanzbein (os coee^gis) des Men-schen ist nach innen gerichtet und unter der Haut verborgen.

22) Fleischlos sind diese Theile eben nicht, aber minder fleischig als beimMenschen. Mit den Gräten sind wohl die harten, oft verknöcherten Sehnender Vogeltarse», sowie die oft sehr dünnen, grätenartigen Mctatarsalknochenmancher Sängethicrc gemeint.