89
sitzen offenbar alle Blutführendcn, diese aber einige schwach, anderedem Anscheine nach gar nicht ^). Daß sich aber die Gefäße durch denganzen Körper verästeln, davon ist die Ursache diese, daß das Blutder Stoff des gesummten Körpers ist, bei den Blutlosen aber dasAnaloge, beide sich aber in den Gefäßen und deren Analogon befinden.Wie sich nun die Thiere ernähren und wovon, und in welcher Weisesie aus dem Magen etwas aufnehmen, dieß zu untersuchen und zubesprechen, paßt mehr in die Bücher über die Entwicklungsgeschichte ^);indem aber die Theile, wie wir sagten, aus dem Blute gebildet sind,so wurde selbstredend der Strom der Gefäße durch den gcsammtenKörper geleitet; es muß ja auch das Blut alles durchdrungen und beiallem sein, da ja jeglicher Theil aus ihm gebildet ist. Gleichwie aberin den Gärten das Wasser von einem ursprünglichen Quell aus inviele Kanäle und immer wieder in andere geleitet wird, um cs überallhin zu vertheilen, und wie beim Häuserbauen neben dem ganzenGrundriß der Fundamente Steine niedergclegt werden, weil einmal dieGartengewächse durch das Wasser gedeihen und zum andern die Funda-mente aus Steinen aufgeführt werden sollen; in derselben Weise hatauch, scheint cs, die Natur das Blut durch den ganzen Körper geleitet,da cs zum Grundstoff des ganzen bestimmt ist. Dieß wird aber ein-leuchtend bei bedeutend Abgemagcrten; denn man sieht da nichts alsAdern 4), wie bei Wein- und Feigenblättern und anderen der Art;denn auch von diesen bleiben, wenn sie verdorren, allein die Adernübrig. Die Ursache davon ist die, daß das Blut und das ihm Ana-loge potentiell Leib und Fleisch oder das Analoge ist; gleichwie nun
Wegen der nbweichcnden Anordnung bei manchen Thicren und des to-tale» BerkennenS der eigentlichen Function der Venen, die ja das Blut den,Herzen Zufuhren und nicht, wie der Philosoph meint, vom Herzen ausgehen,hat er wohl z. B. bei den Fischen leicht die arterielle» Apparate verkannt.Die Fische haben nämlich lmit Ausnahme vom _4mpl,ioxu8, dem das Herz fehltund statt dessen ein pnlsircndeS Gefäßrohr gegeben ist) ei» Venenhcrz, d. h. einHerz, das nur Venenblut enthält, dieses durch die Kiemenarteric in die Kieme»treibt, aus welchen es, in arterielles Blut nmgewandelt, in die Kiemenvenc»tritt, welche sich zu einem Stamm, der Aorta, vereinigen.
Wegen des Verschwindens des sonst die Gesäße verdeckenden Fettpolstersvgl. Iiist. an. IH, 4. 5.