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Viertes Kapitel.
Vom Halse, der Speise- und Luftröhre wäre nunmehr die Redegewesen; zunächst ist nun von den Eingcweiden ') zu sprechen. Diesesind aber den Blutsührenden eigeuthümlich und bei einigen finden siesich alle, bei andern aber nicht. Von den Blutlosen hat indeß keiusein Eingeweide. Demokrit scheint über dieselben nicht richtig gcur-theilt zu haben, wenn er wähnt, daß diese Theile bei den blutlosenThieren wegen ihrer Kleinheit unbemerkbar seien. Denn wenn dieBlutführenden sich entwickeln, so werden Herz und Leber ja sogleichsichtbar, wenn sie auch noch so klein sind; sie erscheinen nämlich inden Eiern zuweilen schon am dritten Tage in der Größe eines Punktes;sehr klein sind sie aber auch in den abortirten Embryonen. Ferner aber,wie von den äußern Theilen nicht allen Thieren dieselben dienlich,sondern einem jeden zu seiner Lebensweise und zu seinen Bewegungeneigenthümliche verliehen sind, so sind auch die inner» bei verschiedenenverschieden gebildet. Die Eingeweide sind aber den Blutsührendeneigenthümlich, daher ist auch ein jedes derselben ans einem blutartigcnStoffe gebildet, offenbar aber bei den Neugebornen jener Thiere; dennsie sind da verhältnißmäßig blutreicher und am größten, weil dieQualität und Quantität des Stoffs zu Anfang der Entwicklung amdeutlichsten ist. Das Herz nun findet sich bei allen Blutsührenden,aus welcher Ursache, ist ebenfalls früher erörtert worden^). Denndaß die Blutsührenden notbwendig Blut besitzen müssen, ist klar; daaber das Blut eine Flüssigkeit ist, so muß auch nothwendig ein Be-hältniß vorhanden sein, zu welchem Zweck auch die Natur eben dieGefäße gebildet zu haben scheint. Diese müssen aber nothwendig eineneinzigen Anfang haben, denn wo dieses möglich ist, da ist einer
1) Unter Eingeweide» sind hier nicht die Gedärme, sondern bloß Herz,Lunge, Leber und die entsprechenden Organe gemeint. Der Kamps gegen De-mvkrit bezüglich des Vorhandenseins der Eingeweide bei den nieder» Thieren istvöllig nnnüh und ein durchaus leerer Wvrtstreit, der dem Philosophen um soweniger geziemt, da er ja die entsprechenden oder wie er sagt analogen Organebei den nieder» Thieren recht gut kennt, sic nur mit andern Namen bezeichnet.
2) Vgl. oben II, Z.
Aristoteles, Th. d. Thiere. g