seien wärmer als die Landthierc und behaupten, die Kälte ihrerUmgebung gleiche die Wärme ihrer Natur aus; ferner die blutlosenseien wärmer als die blutsührendcn, die Weibchen wärmer als dieMännchen, wie denn Parmcuidcs und einige andere behaupten, kieWeiber seien wärmer als die Männer, indem durch die Wärme unddie Blutfülle die Menstruation entstehe, während Empedoklcs dasGegentheil behauptet. Auch beim Blute und der Galle sagen einigebald von dieser, bald von jenem, es sei warm oder kalt. Wennaber schon das Warme und Kalte solchen Zwiespalt erregt, was sollman dann von den übrigen erwarten! Sie find uns ja doch unterdem sinnlich Wahrnehmbaren das Handgreiflichste. Es scheint dießindcß daher zu rühren, daß das Wort „Wärmer" in mehrfachemSinne aufgefaßt wird, denn cs scheint ja doch ein jeder in seinemAusspruch etwas Entgegengesetztes zu behaupten. Es darf daher nichtunerörtcrt bleiben, inwiefern man bei den von Natur zusammengesetztenDingen einige warm, andere kalt, einige trocken, andere feucht nenne,da cS ja auch einleuchtend zu sein scheint, daß diese so ziemlich dieUrsachen des Todes und des Lebens, sowie des Schlafens und desWachens, der Jugend und des Alters, der Krankheit und Gesundheitsind 6), keineswegs aber etwa Rauhigkeit und Glätte, noch Schwereund Leichtigkeit, noch ein anderes der Art. Und dieses geschiehtselbstredend also. Denn diese, das Warme nämlich, das Kalte, dasTrockene und Feuchte sind, wie bereits anderswo erörtert wurde?),die Grnudkräste der natürlichen Elemente. Wie wird nun das Warmeaufgcsaßt, in einfachem oder mehrfachem Sinne? Man muß wohldaraus achten, welche Wirkung die Wärme hat, oder wenn mehre,was für Wirkungen. In einer Beziehung nun wird dasjenige wärmergenannt, durch welches das Berührte mehr erwärmt wird, in einerandern das, was beim Befühlen eine stärkere, besonders eine mitSchmerz verbundene Empfindung erregt. Dieses scheint indcß zuweilentrügerisch, denn cs kann ja sein, daß die Disposition der Empfindenden
5) Nämlich EmpedvkleS; vgl. cls respirat. XIV.
6- Die komischen Ansichten Aristoteles' hierüber vgl. in den Schriften 6e7) Bgl. besonders AlLteorol. !V.