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2 (1844) Ober-Aegypten
Entstehung
Seite
338
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sahen. Warum die Sachen so übertrieben und an-ders darstellen, als sie wirklich sind? Sklaverei,abstrakt genommen, ist bei einem gebildeten Zustandeder Gesellschaft gewiß etwas Empörendes Nie-mand widerspricht dem. Aber daß das individuelleLoos der hiesigen Sclaven den Zustand ihrerBildung und ihrer Gewohnheiten ins Auge gefaßt so unsäglich traurig und jammervoll sep, selbstwährend der schlimmsten Periode, der ihres Trans-ports nach Kahira, muß ich, nach Allem, was ich sovielfach selbst davon sah, gänzlich bestreiten. Denndaß sie halb nackt sind, daß sie da, wo sie nicht aufdem Nile fahren können, wenn sie nicht krank sind,(wo man sie reiten läßt,) zu Fuße gehen müssen,und daß sie nur Durrabrod und hie und da etwasGemüse oder Datteln mit Nilwasser zur Nahrungerhalten, ist nur dasselbe, was allen diesen, eben somäßigen als armen, Völkern hier überall gemeinist. Sobald sie aber verkauft sind, wird im Orientihr Loos in der Regel weit besser, ja oft glänzend.Demohngeachtet plagt sie dann häufig das Heimweh,und darin, daß sie diesen Drang nicht befriedigenkönnen, liegt vielleicht die Hauptqual ihres Schicksals.