Anmerkungen.
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11) S. 75. Gustav Kühne Mein Tagebuch iu bewegter Zeit (Leipzig, Denicke,1863) ueuut S. 525 das Verfahren der National-Versanimlmig „überinüthig und un-nütz grausam"; und über die Debatten wegen der Formel „von Gottes Gnaden" fälltder Demokrat Held „Deutschlands Lehrjahre" (Berlin, Berendt) S. 348 f. ein Ur-theil, das für die Versammlung der Berliner Verfaffungsmänner nichts weniger alsgünstig lautet.
12) S. 75. Freilich hieß es von dieser Seite, alle Unfüge und Ausschreitungender Massen habe die reaktionäre Partei selbst herbeigcführt, um einen Vorwand zugewaltthätigem Einschreiten zu haben; stehe z. B. Held a. a. O. S. 349 f., wo ersich sogar ans die von ihm „zu verbürgende Thatsache" beruft, daß ihm selbst „durchden Präsidenten des Prenßenvereins, einem gewissen v. Katte, das Anerbieten einerSumme von 25000 Thalern gemacht wurde, um seinen noch übrigen Einfluß zurVeranstaltung einer größeren Revolte zu verwenden". Allein wenn Held, wie wir ihm znglauben nicht anstehen, jenes Anbot znrückwics nnd dennoch ein Constict nach demandern erfolgte, so müssen diese doch wohl von den Bemühungen deö Prenßenvereinsnnd dessen Präsidenten unabhängig gewesen sein.
13) S. 77. General Pfnel gab als Grund seines Rücktrittes seine „geschwächteGesundheit" an, was man von dem Manne in weit vorgerückten Jahren, der in derletzten Zeit unausgesetzte Aufregungen erfahren, hinnchmen konnte. Allein nicht ganzohne Grund spöttelten die Demokraten (siehe z. B. Held a. a. O. S. 353), „warumin diesem Falle auch die übrigen Mitglieder seines Ministeriums, die doch ganz gesundeMänner waren, gleichfalls nnd gleichzeitig entlassen wurden". Ans v. Nnruh's Skizzenaus Preußens neuester Geschichte (4. Auflage Magdeburg, Emil Bacnsch, 1849)S. 113 geht übrigens hervor, daß man in Sanssouci, wie einen Augenblick in Olmüz,an die unverzügliche Auflösung der National-Versammlnng gedacht habe, daß aber,wieder wie in Olmüz, die Depntirten der Rechten selbst davon abgerathen hätten, in-dem „die Versammlung eine constituirende und gegen ihren Willen nicht auflösbar sei".
14) S. 78. Selbst Held S. 355 hält sich, freilich von anderem Standpunkte,über die „pathetischen" Worte Jacoby's ans, „eine Phrase, für welche ihr Autor vomVolke einen silbernen Ehrcnbecher erhielt, obgleich sie in dem vorliegenden Falle eineLächerlichkeit in sich schloß, weil cs sich in dem Conflicte zwischen der Krone nnd Ver-einbarungs-Versammlung keineswegs um irgend eine Wahrheit, sondern um ein ganzpositives Recht handelte, nämlich um das Recht der Krone, ihre Minister frei zu er-wählen". Wenn Or. S. Stern Geschichte des deutschen Volkes in den Jahren 1848und 1849 (Berlin, 1850, Gerhard) S. 365 meint, Jacoby's Ausruf habe zwar nicht„von tiefer staatsmännischer Erkcnntniß", aber „von bewnndernswerthem persönlichenMnth" gezeigt, so ist das Geschmackssache. Auch ans der Mitte derer, die ihn gesandt,trat man Jacoby entgegen; als in der National-Versammlnng über den Vorfall Be-richt erstattet wurde, erhob sich von den Bänken der Rechten Lärm, „er habe nicht dasRecht gehabt so zu sprechen", nnd mehrere Mitglieder der Deputation, darunter Rod-bertus, sandten ihre ausdrückliche Bitte nach Sanssouci: „Se. Majestät wolle unterschei-den zwischen der Adresse der National-Versammlnng nnd dem Privat-Ansdruck einesEinzelnen". Dazu kam, daß der Gang der Ereignisse die sogenannte „Wahrheit", dieJacoby dem Könige, ohne Zweifel im Geiste des Inhalts der Adresse, sagen wollte —„unabsehbares Unglück über das Land" oc. — vollständig Lügen strafte.
15) S. 80. v. Unruh Skizzen S. 115 f. hält sich nachdrücklich über die Un-vollständigkeit des Ministeriums ans nnd sagt: „Hier trat noch der unerhörte Fall ein,daß das Ministerium die wichtigsten und gefährlichsten Maßregeln ohne einen Justiz-