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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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III. 7. Ermanuuug Bereiiiswcseii Selfgovernment.

Reiches ihre Bedeutung und Benützung verlieren müsse. In ähnlicherWeise leitete ein Antrag Dr. Fischer's, eine nähere Postvcrbindnng zwi-schen Egcr und Reichcnberg anzustrcbcn, auf den höheren Standpunkthinüber sich bei der Regierung wegen einer vollständigen Post-Reformin ganz Österreich zu verwenden; der Berichterstatter des AusschussesSehle bekundete in seinem Vortrage viel Sachkenntnis; und Einsicht indie Bedürfnisse eines regeren ungezwungeneren und den allgemeinenvolkswirthschaftlichcn Interessen entsprechenderen Verkehrs. Von Seitedes Reichcnbergcr Central-Vereins kam eine Petition an das Kriegs-Ministerium um durchgängige Umstaltung des Recrutirnngs-Wesens,von jener des Böhmisch-Leipaer Vereins die Vereidigung des Militärsauf die Verfassung, von der des Prager Vereins die Verwendung andas Jnstiz-Ministerium wegen Abänderung der den Hochvcrrath betref-fenden Paragraphc des Strafgesetzes, namentlich wegen Abschaffung derTodesstrafe für politische Verbrechen in Anregung, vr. Glückselig ver-langte gründliche Verbesserung des Volksschulwcsens und Bestreitung derdazu erforderlichen Kosten durch den Staat, vr. Stradal wollte dieLandtafcl aufgehoben und neue für alle Liegenschaften ohne Unterschiedgleichmäßig eingerichtete Grundbücher eingeführt wissen rc. Manche dieserAngelegenheiten konnten freilich während der vier Tage des Congresscsnicht durchsprochcn werden, sondern wurden zum Thcil ans die nächsteGeneral-Versammlung verwiesen die im August 1849 in Rumbnrg statt-finden sollte. Im allgemeinen aber ließen die Verhandlungen zu Eger, wennwir von der nationalen Leidenschaft absehen die sich nur zu häufig inbedauerlicher Weise bemerkbar machte, den befriedigenden Eindruck zurück,welch reges Streben, welch gereifte Einsicht, welch thatkräftiges Erfassenaller in ihre Verhältnisse eingreifenden großen Fragen eine Bevölkerungbekunde, die bisher in strammer Bevormundung gehalten kaum erst diebeengenden Bande abgestreift und den Fuß auf das ungewohnte Gebietfreier parlamentarischer Bewegung gesetzt hatte ^).

Den Vereinen der Deutschböhmcn mit ihrem Vororte Reichcnbergstanden, wie wir wissen, die slavischcn Linden-Vereine mit ihrem Vor-orte Prag gegenüber. Die Slovanskä Lipa zählte in der Zeit ihrerregsten Thätigkeit wenig hervorragende Männer in ihrem Schoße. Wasdas slavischc Böhmen an Berühmtheiten besaß, hatte es fast durchausin den Reichstag geschickt. Von denen die zu Hause geblieben waren