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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Die Siebenuiidsechziger in Prag.

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schüchtern freilich und unter der Hand, vernehmen ließen:auch ihrerStadt könnte der Belagerungszustand nicht schaden; ob man nicht darumbittlich einschreitcn könnte?" Wenn man auf die Gutgesinnten in diesenOrten hörte, so war cs wohl das beste das Rad der Zeit rückwärtszu drehen, alles was sich seit dem letzten März geändert in den frü-heren Stand zu setzen und die stille Gemächlichkeit derguten altenZeit" zurückznzaubern

Zu einer eigenen Art von Berühmtheit in dieser Richtung brachtees das Prager Siebcnnndsechzigcrthnm. Es war dicß ursprünglich eineZusnmmcntrctung von sicbcnundscchzig Prager Bürgern, die unmittelbarnach den blutigen Pfingst-Ercignisscn dem Fürsten Windischgrätz eineVertrauens-Adresse überreichten und den wohlverdienten Dank für denSchutz anssprachen welchen, dem Treiben einer anarchischen Parteigegenüber, sein kräftiges Einschreitcn ihrer Hauptstadt gebracht habe. Indiesem Schritte lag nun durchaus nichts was jeder vernünftig und billigdenkende Bürger, dem gesetzliche Ordnung, Sicherheit der Person, desBesitzes und Erwerbes keine glcichgiltigcn Dinge sind, nicht Hütte billigenmüssen, wie denn auch die Namen die unter jener Adresse standen zueinem großen Thcil den ehrenhaftesten und achtnngswerthestcn Repräsen-tanten des Prager Patricierthums angchörtcn. Allein dabei blieb cs ebennicht. Das Sicbcnnndscchzigerthmn wurde nach und nach zu einerwahren Krankheit, die allenthalben Gespenster sah und unaufhörlich umHilfe rief. Obgleich dieSvornost" längst zu bestehen anfgehört hatte,wollten die Sicbcnundscchzigcr immer noch von geheimem Walten undEinflüßen derselben wissen. Daß Fürst Windischgrätz mit der Haupt-macht seiner Truppen Prag verlassen und die Stadt der Obhut ihrerBürger anvcrtranen könne, wie dieß in der ersten Hälfte Octobcr that-sächlich geschah, war ihnen ganz unbegreiflich und alle früheren Besorgnissestiegen ihnen nur in erhöhtem Grade ans. Einige Wochen später wurdedie Hauptwachc im altstädter Rathhanse von der Nationalgarde bezogen,wobei der Bürgermeister Or. Wanka eine Ansprache mit allerdings etwasungeschickten historischen Rcminisccnzen hielt, und nun sahen die Siebcn-nndsechzigcr von fern die Junitagc mit allen ihren Schrecken wiederherankommen. Wenn es eine Fahnenweihe oder sonst eine Feierlichkeitder Volkswchr auf dem Rvßmarkt oder in dessen Nähe gab, tauchtenallsoglcich Gerüchte von einer Erneuerung der vcrhäugnißvollcn Messevom zweiten Pfingstfciertag ans. Der Hanptsitz der Leute von diesem