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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Dors-Aristokratic und Dorf-Plebs.

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herrschaftliche" Znmnthungcn und Befehle waren vom ersten Augen-blicke an der Tagesordnung und blieben es selbst dann, nachdem durchdie gesetzlich ausgesprochene Aufhebung des Untcrthänigkcitsvcrhältnissesbaldige Abhilfe in dieser Beziehung in Aussicht gestellt war Alleinden Bauern, die sich seit der neuen Freiheit vor Übcrmnth nicht aus-kanntcn, machten selbst wieder die Häusler und Jnlentc allerhand zuschaffen und gaben nicht undeutlich zu verstehen, daß jene nicht meinendurften als sollte die Revolution nur ihnen allein zu gute kommen.Wollten die Bauern sich das Gebot der Obrigkeit nicht länger gefallenlassen, so mochten die mindern Dorfinsasscn das Joch einer hochfahrendenDorf-Aristokratie nicht ferner ertragen. Ans mehr als einer GegendBöhmens liefen ungestüme Forderungen des ländlichen Proletariats ein,das Aufbesserung seiner Lage, Aufthcilung der Gcmeindegründe, Zuwei-sung gewinnbringender Arbeit verlangte; kaum gelang cs die Leute zubeschwichtigen und ans den künftigen Landtag zu vertrösten, der, sobaldnur einmal die Verfassung festgestellt sei, mit ihren Verhältnissen sich zubeschäftigen nicht unterlassen werde.

Wie ans dem Lande die Unbotmäßigkcit der bäuerlichen Bevölkerung,so kannte in Städten und Industrie-Orten jene der Arbciter-Classen keineGränzen. Erhöhung des Lohnes bei Herabsetzung der Arbeitszeit warendie Losungsworte die auf Arbeitsplätzen, in Werkstätten und Fabrikendie Runde machten, und nicht überall packten die Leute ihre Sache so bc-schciden-gcmüthlich an wie die Faßbindcrgesellen in Triest, die ihren be-absichtigten Sinke damit einleitctcn, daß sie sich in San Giusto einefeierliche Messe absingeu ließen (Anfangs Dccember). Im Gegenthcilcan vielen Orten folgten auf die Forderung Bedrohungen gefährlichsterArt, wo nicht nmnittelbare Acte roher Gewalt. Trotz und Unmnth wu-cherten in diesen Kreisen um so bedenklicher fort, je unablässiger von dereinen Seite denBrüdern Arbeitern" geschmeichelt wurde und je stärkervon der andern bei dem plötzlichen Stocken der meisten Geschäftszweige,bei der Einstellung vieler Privat-Bantcn und anderer Unternehmungendas Heer beschäftigungsloser Tagewerkcr anwnchs. In Wien nahmenRegierung und Gemeinderath die Sache in die Hand und waren in alleWege bemüht der um sich greifenden Erwerbslosigkeit zu steuern. Mandecretirte Erdgrabungcn und Anschüttungen ans dem Glacis, auf denBasteien, im Prater, Straßenumlcgnngen im Reichenaucr Thalc, ausdem Sömmering, Arbeiten, denen man es ansah, daß man sie nur um