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III. 2. Ursachen und Wirkungen.
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dc» verschiedensten Erscheinungen zn Tage trat. Selbst unter den bestenund thatkräftigstcn Regierungen wird man ans Leute, ja ans ganze Be-völkcrnngs-Classcn stoßen, die aus ihrer Unzufriedenheit mit den waltendenZuständen kein Hehl machen, die Maßnahmen der Gesetzgebung tadeln,die Thätigkeit der Behörden hcrabsctzen. Aber nur in einem Staate,dessen Maschine in all ihren Thcilcn von Rost angcfrcsscn war, konnteman es erleben, daß leichtfertige Witze, beißende Bemerkungen über allebestehenden Verhältnisse so zn sage» zum guten Ton gehörten, und zwarnicht bloß in von der Negierung unabhängigen Kreisen, sondern selbstin jenen die sie zn stutzen berufen waren. Das fand aber trotz Polizeiund Spürwescn thatsächlich im vormärzlichcn Österreich statt Na-mentlich in Wien, wo sich von unten bis hinauf alles ungenirtcr zubewegen gewohnt war, mußte es auf jeden der von auswärts kam einenbefremdlichen Eindruck machen, wenn er im eigentlichsten Sinne niemandfand der die Lust und den Mnth besaß die Regierung zn vcrthcidigcn,wenn er in den Burcaux der Behörden bis in die Cabinetc der allmäch-tigen Stnatsräthc hinauf alles in denselben Ton cinstimmcn hörte. Dasgeschah, wie kaum erwähnt zn werden braucht, unter vier Angen; vordie Öffentlichkeit durfte man mit solchem Mißvergnügen nicht treten,konnte es auch nicht, weil cs in politischer Richtung ein öffentliches Lebenüberhaupt nicht gab. Aber wer aufmerksamer hinhorchtc, der gewahrtebald, wie sich die Unlust über die bestehenden Einrichtungen hinter täglichanftanchcnde und mit Blitzesschnelle weiter verbreitete Bonmots flüchtete,wie sie ihre Nahrung in den Vorträgen und Artikeln Saphir's oder inden Possen Nestroy's suchte, der mit seinem ätzenden Witze, wie einerseiner Zeitgenossen treffend bemerkt, „jede ernste Idee flugs in ihr lächer-liches Zerrbild nmwandeltc". Durften sich auch der „Humorist" und derPossenschreiber mit ihrem Wortgeflnnker nicht unmittelbar an die staat-lichen Zustände und Maßregeln wagen, so wurde doch andrerseits durchsic in einem großen Thcilc unseres Pnblicums jenes oberflächliche Wesengroßgczogcn, dem man in vormärzlichcn Tagen den Charakter der „Ge-mächlichkeit" beizulcgcn liebte, das sich aber in der Zeit der Versuchungals ein mitunter recht ungcmüthliches entpuppte.
Es ist eine bekannte Wahrnehmung, daß je behutsamer Altern ihrein die Jahre der Erkcnntniß vorrnckendcn Kinder unter dem Gewahrsameiner alles überwachenden Aufsicht und Leitung zu halten pflegen, destotoller ausgelassener unbändiger dann diese, sobald einmal die beengenden