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III. 1. 708 II. o. und 1848 p. 6. II.
bringen konnte. Man erzählte damals von einer den höchsten Kreisenangchörigen Dame, die nach den unruhigen Märztagcn ans Wien ent-floh und in dem freundlichen Preßburg Zuflucht suchte. Sic war nichtlange dort, als ihr die wüsten Semen der Judenverfolgung den Aufent-halt verleideten. Sic ging nach Brunn wo bis dahin alles still undfricdsam gewesen; doch nicht lange, und cs gab einen bedrohlichen Ar-beiter-Krawall der sic aus der mährischen Hauptstadt vertrieb. VonBrünn kam sie gerade noch zur rechten Zeit nach Prag, um den Schreckender Junitagc in alle Glieder zu bekommen. Wohin sic von Prag ge-gangen, haben wir nicht erfahren ; vcrmnthlich nach Innsbruck, und damitwürde sie cs zuletzt getroffen haben. Von allen österreichischen Ländernmachte in jener bewegten Zeit Dcutsch-Throl eine rühmliche Ausnahme,das, während aus allen Gegenden des Reiches der schwankende Thronmit Adressen und Petitionen bestürmt wurde, von Anfang her erklärthatte, eine ruhigere Zeit abwartcn zu wollen seine Wünsche und Be-schwerden vorzubringcn. Das biedere Volk, das die Ruhe seines öffent-lichen Lebens durch keinen der politischen Mode-Artikel, Zusammenrot-tungen bei Tag und Katzenmusiken bei Nacht, Barricaden in den Straßenund Sturmgctön von den Thürmen, sondern nur durch Ansmärschc undHeimfahrten seiner Landcsschützcn, Durchzüge kaiserlicher Truppen, Trans-porte von Kriegsgefangenen und Verwundeten unterbrochen sah, mußtesich dafür von jenseits der Gränzc spöttisch nachsagcu lassen, seine „Libcralcn" seien „eigentlich servile Leute die insgeheim freisinnige Gedankenhegen".
Wir haben in unserem ersten Abschnitte den Kampf geschildert, inden die mitteleuropäischen Geschicke durch den großen Gegensatz der Par-teien des Umsturzes und der Erhaltung verwickelt wurden; wir habenim zweiten den Ursprung, die Entfaltung und die Zielpunkte des Natio-nalitütcn-Strcitcö in Österreich eingehender Betrachtung unterzogen. Aberauch sonst war, wie wir so eben mit flüchtigen Strichen angedcntct, diePhysiognomie des öffentlichen Lebens und der gesellschaftlichen Zuständein allen Stücken eine bunt erregte. Namentlich in unserem Vatcrlandcwar in allem Denken und Fühlen, in allem Regen und Treiben ein soungeheurer Umschwung cingctrctcn, daß unsere Darstellung unvollständigsein würde, wenn wir nicht auch diese Art von Erscheinungen in denKreis unserer Erwägung ziehen wollten. Wir werden dabei hauptsächlichden Zustände» in Österreich unsere Aufmerksamkeit znwcndcn, ohne ana-