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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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268 II. 7. Nationale Gleichberechtigung und staatsrechtliche Föderation.

des Josephinismus nur iu sehr unvollkommenem Grade der Fall gewesenund wenn es sich die Lenke damals gefallen ließen, weil sie cs eben sichgefallen lassen mußten und weil jedes Widerstreben gegen selbst un-billige Rcgierungsmaßrcgcln in nnnachsichtlicher Weise geahndet wurde,so hatten sich jetzt die Zeiten geändert und der frei gewordene Mannbestand auf dem, wozu er sich berechtigt fühlte. Einzelne und ganze Ge-meinden verlangten, daß man bei Verhandlungen die mit ihnen geführt,bei Protokollen die mit ihnen ausgenommen würden, ihre Muttersprachegebrauche, damit sie wüßten was sie zu unterschreiben und woran sicsich zu halten hätten. An manchen Orte setzte der Beamtenstand solchemVerlangen ganz rücksichtslosen Widerstand entgegen, an andern fügte ersich entweder seiner besseren Einsicht oder dem energischen Beharren derBevölkerung auf ihrem Begehren "t). In den höheren Rcgicrungskreiscnherrschte im allgemeinen willfähriges Entgegenkommen. Der LandcsauS-schnß von Kärnten schritt selbst beim Ministerium ein, daraus Bedachtnehmen zu wollen, daß in den slavischcn Bezirken nur solche Beamteangestellt würden denen die vollendete Kcnntniß der dortigen Landes-sprache zu statten käme, und daß man, um diesen Zweck um so besserzu erfüllen, am Lyceum und am Gymnasium von Klagcnfurt Lehr-kanzeln der slovcnischen Sprache errichten möge. In Prag trat ans An-regung des Gnbcrnial-Vicc-Prüsidentcn Baron Mccsery eine ans Mit-gliedern des böhmischen Museums, aus den beiden Gubcrnial-Translatorenund ans drei kaiserlichen Beamten gebildete Commission zusammen,welche die Aufgabe hatte für die in der Verwaltung und vor Gerichtvorkommcnden Fachansdrückc die geeigneten slavischcn Benennungen fcst-znstellcn eine Maßregel, die bei der argen Verwahrlosung, welche indieser Richtung bisher gewaltet hatte, durchaus zweckmäßig war undder Regierung in den Kreisen der Nationalen neue Freunde znführte.Auch im constituircnden Reichstage kam man den Ansprüchen der Natio-nalen soweit nach, daß für die des Deutschen nicht mächtigen Abgeord-neten wenigstens die Anträge, bevor zur Abstimmung darüber geschrittenwurde, von eigens dazu erwählten Translatoren in böhmischer polnischerruthcnischer und italienischer Sprache übersetzt und erläutert wurden,eine Einrichtung die den Keim der späteren zehnsprachigen Rcdactiondes Neichsgesetzblattes bildete.

Überhaupt gab cs kaum eine Richtung des öffentlichen Lebens, wosich die Führer der slavischcn Nationalen nicht bestrebt gezeigt hätten,