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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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II. 6. Rcacticm dcs österreichischen Bewußtseins.

wissen will; aber cs kann auch den Deutschen in Österreich nicht zngc-innthct werden dieser Sympathien halber anfzuhörcn Österreicher zu seinund, nm Deutsche zu werden, die eigene Existenz als ein Volk mit einerruhmvollen Geschichte zu vernichten"; was der an Lebensjahren und anKricgsruhm reichste Soldat des Kaiscrstaates, als er die Abstimmungin Frankfurt und die von der Mehrzahl der österreichischen Abgeordnetendagegen erhobene Einsprache erfuhr, an einen der letzteren aus seinemHauptquartier Mailand schrieb: Österreich wird sich eher von Deutsch-land als von Österreich trennen"^" daswar ans der Seele jedesGliedes der kaiserlichen Armee gesprochen.Österreich", so schrieb ein Un-genannter mit beredten, wenn auch mitunter soldatisch derben Worten,Österreich, das schöne weite Land, von dort wo Rübczahl's Märchenklingen, bis hin wo der Vily Klagen tönen, von dort wo des armenischenHäuslers Kaftan rauscht, bis hin wo des Südens Wärme allein des Wäl-scheu Blöße deckt, dieses mächtige und, was mehr, dieses freie StückWelt, cs füllte unserer Seele Hoffen im Kampfcstobcn, im Siegcsjubclcs war das Banner, bei dem treulich ansznharrcn in Freud und Harmwir schwuren. Bei uns im Lager galt längst der Deutsche dem Slavcnein Bruder. Der Mann, der seine Heimat an des Dnjcsters Strande hat,er sprach seit vielen vielen Jahren zu dem Manne, der an des eisigenOrtlcs Fuß in der brettcrncn Hütte die Seinen weiß, mit dem traulichenDu. Und das wäre nun vorbei? Ein Blatt Papier, von Ideologenoder ehrgeizigen Schwindlern bekleckst, zöge eine Linie durch unser Herz?Zwei Paragraphc, der PanlSkirchc entspringend, vermöchten das zu trennen,was die Stürme der Jahrhunderte überdauert? Wollen wir österreichischeSoldaten dazu schweigen? Nimmermehr!" Daran reihte sich die Auffor-derung, die italienische, die böhmische und die galizischc Armee möchtenoffene Sendschreiben an die ihrem Stande angchörigen Dcputirtcn inFrankfurt, Oberst Mähern, Hauptmann Möring und Or. Pollatschekrichten, nm sicvon dort, wo ihre herrlichen Kräfte nutzlos, ja zu ihrerHeimat Unheil beschäftigt sind, abzubernfcn"'^).

Was Arneth, Beda Weber, Bcidtcl n. a. in den Tagen des großenparlamentarischen Kampfes in der PanlSkirchc voransgcsagt hatten:Österreichs Völker würden anfstchcn wie ein Mann sich gegen die Zer-reißung ihrer Monarchie zu verwahren, das war zur Wahrheit gewordenund lag als unbestreitbare Thatsachc vor Aller Augen. Zwar blieb, selbst