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II. 6. Ncactiou des österreichischen Bewußtseins.
daß sein Vaterland dic allscitigen Stürme glücklich bestehen werde? Unddoch hat sie Österreich bestanden! Sein tapferes Heer, aus Söhnen allerStämme der Monarchie gebildet, jener selben Stämme die außerhalbdes kaiserlichen Feldlagers fast allerorts einander anfcindctcn und selbstbekämpften, hatte siegreich den äußern Feind über die Gränzen desReiches znrückgcdrängt und den inner» Feind in mehreren seiner wich-tigsten Sammelplätze zu Boden geworfen. Im Südostcn der Monarchiehatten sich nrkräftige Völkerschaften erhoben, den gemeinsamen BestandÖsterreichs an die Spitze ihres politischen Glaubensbekenntnisses gestellt,und standen seit Monaten gerüstet im Felde, Gut und Blut für ihreErhaltung, und dadurch auch für die Erhaltung des Gcsammtstaatcscinzusctzcn. Und der Aufruf, der jetzt vom Main an die deutsche Be-völkerung Österreichs hcrübcrtönte, die staatlichen Bande zu zerreißen,die sie seit Jahrhunderten mit den andern Nationalitäten der Monarchieverknüpft, er sollte der überwiegenden Mehrheit dieser Bevölkerung nurGelegenheit bieten, ihre politische Stimmung und Meinung im geradeentgegengesetzten Sinne knndzugcbcn!
Denn cs war ein Pyrrhussieg, den die Mehrheit der deutschenNational.Versammlung am 27. Octobcr erfochten hatte. Die theore-tischen Beschlüsse traten, kaum daß sic gefaßt worden, mit der Machtder Thatsachcn, mit der Einsicht aller Besonnenen und mit dem ausge-sprochenen Willen der österreichischen Völker in einen so schreiendenWiderspruch, daß mit Recht gesagt wurde, nichts habe dem Vertrauenin den staatsmännischcn Beruf und das Ansehen des Frankfurter Par-laments einen empfindlicheren Stoß versetzt als das Ergcbniß der Ab-stimmung über dic ZK. 2 und 3 der künftigen Neichsvcrfassnng. Nocham selben Tage überreichten 23 österreichische Abgeordnete dem Präsidiumeine Erklärung, worin sic gegen dic gefaßten Beschlüsse mit dem BeifügenEinsplachc erhoben, daß sic durch diesen ihren Schritt „die Rechte desösterreichischen Volkes gewahrt wissen wollten". Ihnen schloffen sichzwanzig andere an, um in einer am l. November gemeinschaftlich Unter-zeichneten Ansprache de» Wählern in ihrer Heimat auscinandcrznsctzen,warum sie den von der Mehrheit gefaßten Beschlüssen ihre Zustimmungversagen mußten; denn „damit würde der österreichische Gcsammtstaat,der Name Österreich ans der Geschichte verschwinden. Wen» uns daherauch", hieß cs znm Schlüsse, „das lebhafteste Bestreben für die engsteVerbindung Österreichs mit Deutschland beseelt, so konnte uns dicß doch