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II. 5. OvIeuäÄ Austria.
auf sciucm Gebiete dasselbe Ziel, das sich der Frankfurtisums innerhalbdes von ihm angestrcbten Einheitsstaates vorgcstcckt hatte. Innerhalbder Marken Deutschlands sollte alles deutsch werden, die Dänen inSchleswig, die Polen in Posen, die Cechoslaven in Böhmen und Mähren,die Slovenen in Kärnten Kram und Südsteier: innerhalb der GrüuzcuUngarns sollte alles magyarisch werden, die Slovaken und Ruthcncn, dieKroaten und Serben, die Romanen und Sachsen. Wollten die Magyarenihre eigenen Bestrebungen in der Heimat anerkannt haben, so mußtensic so billig und zugleich so klug sein, die gleichen Bestrebungen imNachbarlande gelten zu lassen. Sollten der Magyarismns hier, derFrankfnrtismus dort ihren Zweck erreichen, so konnte dich, so erkannteman in Pest sehr richtig, nur dadurch geschehen, daß Ungarn und Deutsch-land einander über Österreich hinweg die Hände reichten.
Schon Anfangs Mai waren Dionys Pazmandy und Ladislaus Szalayvom Erzherzog Palatin nach Frankfurt gesandt worden, „um dort überdie Erhaltung und Kräftigung der zwischen den ungarische» und deutschenStaaten obwaltenden freundschaftlichen Verhältnisse zu wachen". Die vomPestcr Ministerium den beiden „Regierungs-Bevollmächtigten" mitgcgcbcncnInstructionen waren mit schlauer Berechnung abgefaßt. Sie sollten dieSympathie Ungarns für das deutsche Element anssprcchen, „weil cs einElement der Civilisativn ist". Sie sollten es klar machen, daß Ungar»„nur auf den Fall ein gewichtiger und nutzbringender BundesgenosseDeutschlands" werden könne, „wenn cs sich unter der Ägide seiner (dermagyarischen) Nationalität entwickelt." Sie sollten cs den FrankfurterStaatsmännern zu Gcmüthc führen, wie „unangenehm" es Ungarn be-rühren würde, „wenn die österreichische Monarchie auf eine Weise um-gestaltet werden sollte, daß jene Provinzen derselben, die bisher zumdeutschen Bunde gehörten, in slavische Staaten umgcwandclt würden".Pittersdorfs, der damalige Lenker der Geschicke Österreichs, war gefälliggenug, sich in einer an den Fürsten Esterhazy gerichteten Zuschrift mitdiesen Instructionen „vollkommen einverstanden" zu erklären, 20. Mai,was ihm von Szalay ein paar Monate später damit vergolten wurde,daß dieser der Frankfurter Ccntral-Gcwalt gegenüber jenes „ohnmächtigeEabinct" höhnte, „das nicht einmal die Stadt Wien repräsentirtc; dennes war hier eben so wenig maßgebend als anderswo". Die Sache wardie, daß Szalay zu jener Zeit, Anfangs August, schon einen weit andernStandpunkt cinnahm, als damals im Mai, wo er höflich und vorsichtig