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11. A. Ddllum omiiium contra omnss.
unterliegt ihrem Einflüße, wenn nicht ein umfassender Einzelngeist dieTagcscrschcinnngcn mächtig beherrscht nnd nach klar erkanntem Ziele hin-lcnkt. Wo cs daran fehlt, geht es in den obern Regionen des Staats-lebcns knnm minder sinnlos zn als in den nntcrn. „Die ganze Synopseunserer Politik", spricht Scumc weiter, „liegt in den zwei Versen vonBürger: ,Dn hast unö lang genug geknufft, man wird dich wieder knuffen,Schufts Weiter hat Vernunft nnd Gerechtigkeit nichts damit zn thun."Es birgt dieser Ausspruch ein mir zu treues Abbild unserer Zustände imJahre l848. Besonnenheit und Versöhnlichkeit schienen mit jedem Tagemehr zn schwinden. Rur selten und vereinzelt erklangen Stimmen gleichder jenes schlichten mährischen Landmanns "^), der den Mitgliedern desOlmützcr Lindcnvcrcincs herzlichen Gruß, aber auch die Mahnung zu-sandte: man werde den Deutschen kein Ärgcrniß geben wollen, wo Ein-tracht so sehr Roth thnc; „laßt den Rationalitäten-Hadcr vor den lautenForderungen des Zeitgeistes verstummen, reicht Euch Deutsche und Slavendie Bruderhand!" Oder gleich jenen Bewohnern von Rcichenbcrg, diemehrere hundert an der Zahl in einer den Zeitungen cingcrncktcn „offe-nen Erklärung" sich von jeder Anfeindung und Verdächtigung ihrer an-derssprachigen Hcimatsgenossen lossagtcn; „wir reichen unfern ccchischenLandsleuten die Hand und bitten sic, daß sie unsere freundschaftliche undbrüderliche Gesinnung für wahr und aufrichtig halten und sich in dieserÜberzeugung durch keinerlei Gerüchte beirren lassen"""). Auch die confer-vative Journalistik, namentlich Wiens, gab sich redliche Mühe, die Vor-urthcite der deutschen Bevölkerung gegen die Regungen ihrer slavischcnMitbürger zn verscheuchen, sie zur Eintracht, zn aufrichtigem Einverständ-niß, zur Beachtung der Allen gemeinsamen Interessen anfznsordcrn.Doch was war die Folge solch wohlmeinender Mahnrufe und Rathschlüge?Daß gegenüber der Rcichcnbcrgcr „Erklärung" rasch Leute bei der Handwaren, die Ächthcit ihres Ursprungs in Zweifel zn ziehe», und daß dieBlätter, die sich an der Verketzerung des „Panslavismus" nicht bcthcili-gcn wollten, sich nachsagcn lassen mußten, sic seien, von der deutschenSeite abtrünnig, in das andere Lager hinübcrgclaufen! Die Dränger undHetzer wollten eben keinen Frieden, und ans eine Stimme der Mäßi-gung waren zehn andere z» vernehmen, welche die Gemülher der unver-ständigen Masse mit Mißtrauen nnd Befürchtungen aller Art erfüllten,Gift und Galle in ihre Ohren träufelten, ihnen Kampf und Widerstandpredigten. „Müßte man auch", hieß cs von deutscher Seite, „Österreich