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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Deutsche Kundgebungen in Österreich.

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anstalten,um über die Maßregeln zu bcrathen, wie den Unterjochnngs-gclüsten von Frankfurt und Pest am sichersten entgegenzutreten sei"; zurselben Zeit, 29. April, traf in Prag eine Nummer der Agramer Zeitungein, wo Ivan Knknljevic einen ähnlichen Vorschlag machte und Prag alsOrt der Zusammenkunft vorschlug. Am 1. Mai erging ein Aufruf analleSlavenbrüder" in Österreich, sich am 31. desselben Monats inPrag einzufindcu;die Zeit ist gekommen", hieß cs,daß auch wirSlaven uns mit einander verständigen und uns vereinigen in unsererGesinnung". Ein zum Zwecke der nöthigen Vorbereitungen uiedergcsetzterAusschuß entwarf das Programm, von dessen Punkten einer lautete:Abweisung jeder Unterwerfung unter eine fremde Nationalität, demnachProtcstation gegen das Aufgehcn und Einverleibeu Österreichs in Deutsch-land, dagegen inniger Freundschaftsbnnd mit der dentschei/und allenübrigen Nationen".

Die Verhandlungen des Slavcn-Congrcsses gediehen bekanntlich zukeinem Abschlüsse. Das immer stärkere Hcrvortreten neuer, seinem beab-sichtigten Charakter fremder Elemente hatte ihn bereits aus seiner klarvorgczeichncten Bahn geschleudert, ehe noch der Losbruch des PragerJuni-Aufstandes ihn gewaltsam auseinandersprengte Doch mitseinem vorschnellen Ende war die Sache nicht abgcthau; trübe Erinne-rungen auf der einen Seite, maßlose Erbitterung auf der andern bliebenhaften. Daß die Slaven Österreichs sich angesichts der FrankfurterNational-Versammlung zu einigen und zu verständigen gesucht, wurdeihnen von den Deutschen als Hochverrat!) ungerechnet. Oi-. Jordan,Docent an der Leipziger Universität, mußte seinen Posten räumen, weiler die Erklärung vom 1. Mai mit unterzeichnet hatte. Der von Wuttkcin Leipzig gestifteteVerein für Wahrung der deutschen Interessen inden östlichen Grünzländcrn" stachelte seinedeutschen Brüder in Böhmen"zn gcwaltthätigcr Erhebung wider ihre slavischcn Landcsgcnosscn auf;ganzDeutschland steht zn Eurem Schutz hinter Euch, ermannt Euch also und han-delt!" Man wandte sich an das sächsische Ministerium, an die Regierungenvon Preußen und Bayern wegen kriegerischer Beihilfe zn diesem Zweckeund veranstaltete ein deutsches Vcrbrüdcrnngsfcst in der deutsch-böhmischenStadt Aussig, wo alle Mittel der Beredsamkeit anfgcbotcn wurden, denNationalhaß zu schüren;bei irgend einer Gefahr, Ihr deutschen Böhmen",riesen Wuttkc und vr. Göschen der Menge zu,werden wir mit Leibund Leben Euch als Brüder zu Hilfe eilen!" Gegenseitige Anfeindung