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II. 3. Helium oinnlum contra omnes.
Einnndfünfzig zu Heidelberg und von der Einberufung des FrankfurterBor-Parlaments nach Wien gedrungen war, ließ der Sänger Formesin einem der Oper „Martha" eingelegten Liede den „deutschen Kaiser"leben, 21. März. Bald darauf wehte von der Spitze des St. Stephans-Thnrmes das schwarz-roth-goldcne Banner; ans den Fenstern der Hof-burg ließ man cs durch die Hand des Monarchen schwingen; denbewaffneten Schaarcn der Nntionalgarde und der akademischen Legionwurde cs vorangctragcn; an Hüten und in Knopflöchern der Männer,am Aufputz der Damen prangten die „deutschen" Farben, während dasösterreichische „Schwarzgclb", das einigende Abzeichen für die viclzüngigenVölker des Reiches, verhöhnt und verpönt ward. Zwar wurde amMaine bald darauf den nicht-deutschen Nationalitäten gegenüber alsGrundsatz ausgesprochen, daß ihnen im Umfange des deutschen Bundes-gebietes alles Recht „in Rücksicht ans Unterricht und innere Verwaltung"solle gewährleistet werden; allein was thatsächlich in Frankfurt geschahund von dort ausging, strafte diesen Ausspruch fortwährend Lügen. Cswar nur zu deutlich, daß die dortige Bewegung nicht bloß einen politisch-deutschen, sondern zugleich einen national-deutschen Charakter annahm,welchem letzteren gegenüber alles nicht-deutsche als fremdes Elementerscheinen mußte. Es war als ob die Deutschen an selbstsüchtigem Eigen-nutz einbringcn wollten, was sie im Jahrhundert zuvor an kosmopoli-tischer Selbstverläugnnng zu viel gethan. Nach ihrem Sinne sollte diewestliche Hälfte der österreichischen Monarchie den national-deutschenKörper vermehren helfen, obgleich Böhmen und Mähren, Krain und dasKüstenland in der Überzahl, Steiermark und Tyrol zu einem großenThcile ihrer Bevölkerung national nicht-deutsch waren. Die Gegenströ-mung konnte nicht ansblciben, deren Folgen sich zuerst in Prag fühl-bar machten. Palackh schrieb dem Frankfurter Fünfziger-Ausschuß seinenvielgenannten Absagebrief (11. April). Die Nichtwahl für das deutscheParlament wurde Losungswort in allen slavischen Kreisen. Der hitz-köpfige Havlieek drohte den nach Prag gesandten Vermittlern des Frank-furter Parlaments mit gewaltsamer Ausweisung, und der nicht minderheißblütige Nicgcr crwicdcrtc die Warnung, man werde die Böhmen„mit der Schneide des Schwertes" zwingen, durch die andere, die Böhmenwürden darauf „mit Dreschflegel-Argumenten" antworten. In den letztenTagen April einigte sich eine Anzahl böhmischer Cavaliere und Literatenin dem Gedanken, eine Zusammenkunft österreichischer Slave» zu ver-