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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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176
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176 II. 2. Magyarismus u, Anti-Magyarisnms in den Ungar. Ländern.

Grad; noch während der Stimmabgabe wurde auf einen der ungarischenCortcsführcr ein Pistolenschuß abgcfeucrt, die Kugel ging aber neben ihmin die Mauer. Gegen Abend wurde das Wahl-Ergcbniß bekannt gemacht.Suvio war mit 1280 Stimmen gegen Lcntulah, der nur 974 zählte,gewählt; nach dem Herkommen sollte Suvio eine Dankrcde halten, alleiner zog sich schlimmes befürchtend zurück. In der That kannte die Wnthder kroatischen Partei keine Gränzcn. Die Straßen der Stadt fülltensich mit Bewaffneten, die Wohnung des Bauns wurde unter dem Rufe:LalnZa, dn.Ia.sa.!" (Berräthcr) mit Sturm bedroht, so daß manMilitär hcrbeiziehcn mußte. Nun kam es zu einer förmlichen Schlacht;Schüsse krachten, Säbelhiebe fielen, Stöcke schwirrten, Steine flogen.Zuletzt behaupteten die Soldaten das Feld, sic hatten 9 Verwundete,darunter 3 lebensgefährlich; von der andern Seite waren bei 60 ver-wundet, bei 17 gefallen. Von der auf ein paar Tage später, 2. August,ungesagten Wahl der Deputaten des Agramer Eomitats hielt sich dienationale Partei ganz fern: die ungarische feierte mit ihren beiden Can-didatcn, Koloman Bcdckovic und Joseph Briglcvic, einen entschiedenen Sieg.

Doch konnte sie sich dessen wenig freuen. Die erlittene Niederlagestärkte die Erbitterung, aber zugleich die Widerstandskraft der Nationalen.Der Zwiespalt zwischen ihnen und den Magyaren wurde mit jedemTage größer. Die ungarische Sprache, vordem unangefochten und gerngehört im Lande, war jetzt wie verpönt und geächtet; an die Stelle desfrüherenkratros nostri Iluntzmri" trat das gehässigecknsmmni"(Feinde). Satyrischc Gedichte, Spottliedcr, Pamphlete gegen dieMagya-roncn" undSlavo - Magyaren", gegen dieLandcsvcrräthcr" undDicnstjägcr", gegen dieLügner" undFinsterlinge" waren an derTagesordnung. Wilde Davoricn ertönten von Haß gegen denErbfeind",verkündeten Abschüttclung seines uncrtäglichen Joches; dem magya-rischeniston" stellten sic denGott der Slaven" entgegen. Die un-garische Krone, ehedem das geheiligte Symbol der Staatszngehörigkcitwurde zum Gegenstand höhnischer Pcrcats für Straßenjungen. Schonim Jahre 1840 hatten die Sextaner des Agramer Gymnasiums ihremagyarischen Schulbücher ans einen Haufen geworfen, den sic den Flam-men übergaben. Ein andermal hatten Studenten ans demVichplatz"einen Strohmann in ungarische Kleider gesteckt, um ihn dann tüchtigdurchzugcrbcn. Bald durfte keine militärische Mnsikbandc mehr wagenein ungarisches Thema aufzuspiclcn, wollte sie nicht ausgcpfiffen werden.