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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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108 H- 2. Magyarismns u. Anti-Magyarismus in den ungar. Ländern.

die Fenster ein, fügte ihnen persönlichen Unglimpf zn, wie dieß z. B.dem berühmten Kollar bei der Herausgabe fast jeder seiner cccho-slavischenSchriften widerfuhr. Als sich zuletzt die Slovakcn, in ihren heiligstenInteressen verletzt, von den Führern der Magyarcn-Partci öffentlich alsStaatsvcrräthcr gcbrandmarkt, in einer mit mehr als hundert Namenbedeckten Bcschwcrdcschrift an des Königs Majestät wandten und eineaus dem Superintendenten Paul Jozcffi und den Pfarrern Chalnpka,Fcrjcncik und Hodza bestehende Deputation nach Wien sandten, fandensic beim Monarchen und beim Erzherzog Franz Karl^') wohlwollendeAufnahme, empfingen von Fürst Metternich anfmuntcrnde Worte; alleinim eigenen Lande hatte ihr Schritt keine andere Folge, als daß dergreise Jozcffi dafür in eine comitats-bchördlichc Untersuchung gezogenwurde und die nationale Bedrückung nach wie vor dieselbe blieb. Warcs unter solchen Verhältnissen zn wundern, wenn unter dem sonst gut-müthigcn Volke tiefe Erbitterung mehr und mehr um sich griff; wennseine Führer ihren übcrmüthigcn Peinigern ein leidenschaftlichesHnous-tanckoin" dembelagernden magyarischen Porscnna" ei» drohen-desNiooonti jnravimns iäom" cntgcgenschlcndcrtcn; wenn sic auf diebündige Drohung Zay's:Entweder magyarisch oder die russischeKnute!" eben so bündige Antwort gaben:Lieber die russische Knuteals die magyarische Zwinghcrrschaft, da jene uns mir Physisch knechtenwürde, diese aber uns moralisches Verderben und Tod droht" ?! °")

Jin Ganzen betrachtet stand den Slovakcn keine andere Waffe zuGebote als die Berufung ans ihr natürliches Recht, eben so gut alsNation zn cxistircn und in ihrer Eigenart anerkannt zn werden wie jederandere besondere Volksstamm. Im übrigen hatten sic weder ein politischabgcgränztcs Territorium, noch eine verbriefte Stellung in den Landes-gesctzen, worauf sic sich den Ansprüchen des Magyarismns gegenüberstützen konnten; und dasselbe war mit den Deutschen im Lande der Fall,welche letztere übrigens im großen Durchschnitt sich ihrer Volksthümlichkcitin einem Grade zu entänßern wußten, daß sic einen eigenen Stolz dareinsetzten, nicht für Deutsche gehalten zu werden^). Wenn aber dieFührer des Magyarismns zur Unterstützung ihrer Zumuthungcn sichunter andern darauf beriefen, daß sie die ältesten Bewohner und folglichdie Herren des Landes seien, so gab cs im Gegcnthcilc im Gebiete derungarischen Krone nur zwei bedeutendere Volksstämme, deren Einwan-derung erst nach jener der Magyaren erfolgt war: die Sachsen in Sie-