130 I 13. Wachsende Macht der rcagircndm Bevölkerung in Frankreich.
Rechtes hatte ihre Parodie in der Regierung Louis Philippc's, die aben-teuerliche Monarchie Napolcon's kann in der Präsidentschaft des Heldenvon Boulognc ihre Parodie finden" „Jeder Tag und jede Post",schrieb der Londoner „Morning Hcrald", „bestätigt mehr und mehrunsere Meinung, daß die Aussichten des Prätendenten Louis Napoleonans die hohe Stellung eines Oberhauptes der französischen Republikimmer schwächer werden; Dank der Presse in Paris und in den Depar-tements gibt cS jetzt kaum noch einen Bauer der Vogesen oder desJura, der nicht wüßte daß Louis Napoleon kein Atom geerbt hat vondem einfachen und aufrichtigen Charakter seines königlichen Vaters Louisvon Holland".
Als dicß der „Hcrald" schrieb, standen in Wirklichkeit die Dingein Frankreich himmelweit anders. Es war nicht bloß der Bauer derVogesen und des Jura, cs war die Blasse der Landbevölkerung desganzen Landes, die nichts kannte und von nichts wußte als von demErben und Namcnsträgcr des großen Schlachtcnkaiscrs. Die Provinzial-Blättcr schrieben fast durchaus in bonapartistischcm Geiste, und die Aus-sichten des Prinzen ans die erste Stelle im Staate wurden nicht vonTag zu Tag schwächer, sondern von Tag zu Tag günstiger. Schon bei Ver-kündigung der Verfassung gab sich das in mehr als einer Gegend kund. InSaint-Qucntin ertönten Hochs ans den „Kaiser", in einem Orte des Depar-tements du Nord wurde die Vorlesung durch Trupps von Arbeitern unterbrochcn die „Vivo kdR>ivIo»u^ riefen. Aber auch bei der Pariser Bevölkerunggab sich ein unausgesetztes Interesse für ihn kund. Schon beschäftigte mansich allgemein mit seinem Thun und Lassen, mit seinen Reden und Ab-sichten; die Einen versicherten, er habe gesagt „er werde niemalsKrieg anfangen", die Andern: „er werde die Steuern vermindern undsogleich Krieg beginnen". Lebte er meist zurückgezogen in einem Land-Hause in der Nähe von Paris, so war die Neugierde um so größerwenn er sich mitunter öffentlich zeigte, und am 25. November, am TageCavaignac's, drängte sich vom Vcndomc-Platz bis zum Gitter vor demNationnlpalaste eine dichte Menge, nicht um der wichtigen Sitzung hal-ber von der sic ja doch nichts hatte, sondern um den „Prinzen" znsehen und ihm ein Hoch znznrnfen. So schwer zog das Gewicht einesgroßen Volks thümlichen Namens, an den man sich in einer Zeit chaotischenDurcheinandcrtrcibcns der verschiedensten Erwartungen und Befürchtungenklammern konnte, daß schon viele Conscrvativc ihren Candidate» Bugeand