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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Belagerung des Papstes im Onirinal.

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Während dieser Gewaltsccncn vor dein Onirinal hatte sich ans demSchoße des Volksvcrcins im Palazzo Finno eine Permanenz gebildet;Leute vom BataillonSpcranza" versahen den Wachdienst am Eingangdes Palastes, eine Abtheilung leichter Reiterei stand für Ordonnanz-Dienste im Hofe bereit. Vincignerra, Scifoni, Mcucci verfaßten einenAufruf an die Römer, sich den Weisungen des Ausschusses, der denwahren und obersten Willen des Volkes darstelle, zu fügen. An Stur-binetti erging ein Schreiben, einen Bevollmächtigten der Abgeordneten-kammer in die Mitte des Ausschusses zu entsenden. Stcrbini, Pinto,Spini eilten in die Caserncn, sich der Bereitwilligkeit der Soldaten zuversichern und den Commandanten der Engclsbnrg, Oberst Stewart, zugewinnen. Ganz Rom war so gut wie in der Gewalt der Aufständischen,die ans dem Platze vor dem Onirinal die Dinge znm äußersten trieben.Schon hatten einige Strolche an das rückwärtige Thor des PalastesFeuer gelegt, das die Schweizer noch zur rechten Zeit bewältigten; schonhatte man ans der Cascrnc der Dragoner eine Kanone hcrbcigcschafft,durch die das Hanptthor eingeschossen werden sollte''"st, als einige Be-sonnenere mit dem Vorschläge durchdrungen, man solle, nachdem der Papstden Ernst der Bevölkerung gesehen, einen letzten Versuch machen ihn zurNachgiebigkeit zu bewegen.- Es war gegen acht Uhr Abends, als dieAufständischen das Schießen einstcllten und vor dem Palastc eine Depu-tation mit der Mahnung erschien, cs sei min Zeit einen Entschluß zufassen, wenn nicht der Onirinal mit Kanonen zusammengcschossen wer-den solle. Man suchte sic zu beschwichtigen; der Papst befinde sich mitGaletti in neuer Verhandlung, man möge sich eine halbe Stunde ge-dulden. Allein der Führer der Deputation gab nur eine Viertelstunde,nach deren fruchtlosem Ablauf man von neuem, und zwar init schweremGeschütz stürmen werde. Jetzt erst gab Pius IX. nach. Mit einer feier-lichen Verwahrung angesichts der Gesandten, daß er mir der Gewaltund um Blutvergießen zu vermeiden weiche, willigte er in das ihmvorgeschlagenc Ministerium und erklärte rücksichtlich der andern Punkte,daß sie den Kammern zur Berathuug vorgclegt werden sollten. Galettieilte ans den Platz, dem Volke die Erfüllung seiner Wünsche zu ver-künden. Mit einem Triumphgeschrei, mit den ausgelassensten Ausbrüchender Freude, mit Hochrufen auf Pio'Nono wurde die Mitthcilung aus-genommen. Doch wollte man noch den Schweizergardcn an den Leib,und nicht ohne Mühe gelang es Galetti, die Leute von ihrem Vorhaben