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I. 10 . Der 15. und lö. November in Rom.
gehetzt, daß nicht bloß die ungebildeten Volksclassen in Rossi ein wahresUngeheuer zu erblicken glaubten, sondern daß anch viele der bessern(Llassen in ihrer Meinung über ihn irre wurden. „L uu toi-astim-oo uu srotioo^, konnte man selbst von ruhigen Leuten hören. Anch warnicht zu läugucn, daß Rossi durch manche Uuklughcit in seinem Benehmennach verschiedenen Seiten hin verletzte, daß er durch eine offen zur Schaugetragene Verachtung der unselbständigen Menge diese geradezu heraus-forderte und dadurch selbst seinen Feinden die geeignetsten Waffen indie Hände spielte.
Die Eröffnung der römischen Kammern stand bevor. Voll Zuver-sicht, durch die Kraft seiner Rede, durch klare Entwicklung seiner Ideenbald die Mehrzahl der Abgeordneten auf seine Seite zu bringen, zeigtesich Rossi in eben dem Grade stolz und siegcsgcwiß, in welchem seineWidersacher ihre letzten Kräfte aufznbietcn schienen, seinen Unterganghcrbcizufuhren. Am 13. November schleuderte Sterbini im „Eontcm-porauco" einen Schmähartikcl gegen ihn, der alles übcrbot, was manbis dahin zu sagen gewagt; er behauptete geradezu, daß Rossi im SoldeÖsterreichs stehe; Graf Lützow, durch die Volkswuth aus Rom vertrieben,habe Rossi mit seiner Mission betraut und diese habe der schlaue SchülerGnizot's getreulich Ungehalten. Im „Circolo popolare" war cs ausge-machte Sache, daß der Tag der Kammercröffnung der letzte des Ministe-riums Rossi sein sollte. Das Spottblatt „Don Pirlonc" machte darauskein Hehl. „Von der Wiege bis zum Grabe", schrieb cs am 13., „istnur ein kurzer Schritt; von heute bis übermorgen sind nur zwei Tage;es wird bald vorüber sein." Was am 15. bcvorstand, war ein Kampfauf Leben und Tod, von den Mehreren im figürlichen, aber von einerBande schwarzer Gesellen im buchstäblichen Sinuc genommen. Die nachder Einnahme von Vicenza zurückgckehrtcn päpstlichen Truppen hatteman nach Forli geschickt, die Gränzc gegen Österreich zn bewachen;nur eine Anzahl war wegen schlechter Aufführung ausgcschicdeu wordenund etwa andcrthalbhundert dieser „Rednci", meist junge Leute vonungezügelten Gelüsten und Sitten, waren zn einem Corps zusammcn-getretcn, das sich einen gewissen Luigi Gradoni zum Anführer gewählthatte. Sic trugen die vorige Freischaaren-Uniform und standen mit denExaltados, welche die Woche zweimal im Teatrv Capranica tagten, sowiemit dem Volksvcrein im Palazzo Fiano in naher Verbindung. Beivierzig dieser Rednci, heißt es, würfelten um das Leben Rossi's; drei,