Blutiger Sieg der Revolution iu Wie».
7l
Berathungen über gemeinschciftlich zu unternehmende Schritte Pflogen.Am 20. fand dann die feierliche Bestattung der Gefallenen statt. Es warein endloser Zug, in welchem Mützen und qualmende Tabakspfeifenzahlreich vertreten waren. Am Abend wurde das Haus des BäckermeistersSchulz, der fälschlich als Anstifter des Angriffes gegen die Arbeiter galt,gestürmt, in der Wohnung alles durcheinander-gestürzt und ein Dienst-mädchen, das allein zurückgeblieben war nnd muthvoll deni rohen Unfugwehren wollte, grausam mißhandelt.
Alle diese Vorgänge verfolgten, wie schon früher erwähnt, haupt-sächlich den Zweck, das souveraine Volk von Berlin in erwünschter Launezu erhalten, bis die Blicke nicht bloß der preußischen Metropole, sondernvon Deutschland überhaupt, ja von ganz Europa mehr und mehr vonden tiefernsten, gewaltthätigcn und blutigen Ereignissen gefesselt wurden,die in der Hauptstadt Oesterreichs einer verhängnißvollen Katastropheentgegengingen.
Es wurde früher berichtet, wie sich die kaiserliche Regierung endlichanfzuraffen schien, um ihr gesunkenes Ansehen dem Pester Parteitreibengegenüber wieder herznstellcn, und wie andererseits die Pester Reichs-tags-Partei alles daran setzte, durch Anfachung eines gewaltigen Los-bruch cs in Wien die Kraft des dortigen Ministeriums zu lähmen, wonicht ganz zu brechen., .Den erwünschten Anlaß bot der Ausmarsch desder Wiener Garnison angehörigcn Grenadier-Bataillons Richter, dasam 6. October nach Ungarn aufbrcchen sollte. Von den Parteiführernüberredete Abtheiluugen der Nationalgarde und akademischen Legionwarfen sich den Grenadieren, an denen man die ganze Nacht hindurchalle Künste der Verlockung und Mittel der Berauschung geübt hatte,und den Truppenabthcilnngen, die ihren Abmarsch decken sollten, an derTaborbrücke in den Weg. Es kam zum Kampf, der sich bald in dieStadt hinein fortpflanzte. Nach mehrstündigem wechsclvollen, mit vielenOpfern auf beiden Seiten erkauften Ringen befahl der Kriegs-Ministerdie Truppen ans allen Punkten zurückzuzichen und entschied dadurch ineinem letzten Augenblick der Schwäche das Schicksal der Stadt und dasseine. Er siel noch denselben Abend der entfesselten Volkswuth zum Opfer,am Morgen des andern Tages gcrieth das letzte Bollwerk des Militärs,das kaiserliche Zeughaus, in die Hände der Aufständischen. Das Mini-