Louis Napoleon Bonapartc.
O.)
den Ruf „Vivo I'ILurpsrour" vernommen haben. Das kam der Execu-tiv-Co»»nission ganz gelegen. Während der Minister des Innern unmit-telbar ans der Kammer an alle Präfccte und Unter-Prüfecte in telegra-phischem Wege den Befehl erließ, „Charles Louis Napoleon Bonapartc"falls er in ihrem Departement betroffen würde festzunehmen, stürzte La-martine auf die Redncrbühne, machte ans dem wenig bedeutenden Auf-tritte eiu hochwichtiges Ereiguiß, sagte, seit den Februar-Tagen habe daserste Blut die „ewig reine und glorwürdigc Sache der Revolution" be-sudelt, und legte der Versammlung den Entwurf eines Decreteö vor, dasdie Ausschließung und Verbannung des Veranlassers jener Unordnungenaussprach. Doch seine zündenden Worte verfehlten dicßmal ihre Wirkung^);mehrere Redner erhoben sich dagegen, selbst Louis Blanc —der es späterfreilich bitter bereute —; der Vorschlag wurde mit großer Stimmenmehr-heit verworfen. Am 14. verlas der Präsident der Natioual-VcrsammlungSenard eiu an ihn gerichtetes Schreiben des Prinzen, worin die Phrasevorkam: „Wenn mir das Volk Pflichten anferlcgt, werde ich sie zu er-füllen wissen", aber nicht ein cinzigesmal das Wort „Nepnblik." Cavaig-nac, damals noch Kriegs-Minister, der bis dahin bei keinem Anlassein der Kammer gesprochen hatte, erhob sich, um die Versammlung aufdieses cigenthümliche Ucbersehen aufmerksam zu machen, und erzielte damitvorübergehende Wirkung; cs erhob sich ein Sturm in der Versammlungwie kaum je, und Antoine Thonrct beantragte ein Decret, daß LouisNapoleon Bonapartc aufgchört habe Volksvertreter zu sein. Allein Tagsdarauf erschien ei» zweites Schreiben des Prinzen, das Oel über die auf-geregten Wogen goß; es war darin die Republik ausdrücklich erwähnt —„is irmiutisn cl'uns ropuioliczuo suAo, Francis at intolliAsnto" — undzuletzt hieß cs: „Die Feindseligkeit der Epecutiv-Gewalt und die Unruhen,die man zum Vorwand genommen, legen mir die Pflicht auf, eine Ehreabznlehncn die man durch Ränke erschlichen glaubt"; und er blieb neuer-dings in London. Es folgten die Kümpfe der Inni-Tage^), die Beklei-dung Cavaignac'ö mit der höchsten Gewalt, eine neuerliche Berufung desPrinzen vom Departement der Stamm-Insel seines Hanfes und eine aber-malige Ablehnung der Wahl von seiner Seite; „er wolle", schrieb er am8. Juli an den Präsidenten der National-Versammlung, „durch seineUneigennützigkeit (ckosiittorsizsoiusul) die Aufrichtigkeit seines Patriotis-mus bekunden; er wolle daß jene, die ihn des Ehrgeizes beschuldigen,von ihrem Jrrthum überzeugt werden".