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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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I. 5. Der Slavm-Congreß und die untern Donau-Bänder.

Sondcr-Ministcrinms für Ungarn, znm Banns von Kroatien, Slavoniennnd Dalmatien ernannt, wußte Baron Jclaeic bei der Banaleonfcrcnzzn Agram den Beschluß, sich der Wiener Negierung anstatt der Pcstcrnnterznordncn, dnrchzusctzen, 8. Mai, nnd Bcrbindnngen mit seinen gleich-gesinnten östlichen Nachbarn, den Serben, anzuknüpfcn.

Unter diesen hatte die Verkündigung der ungarischen Märzgcsctzeungemeine Aufregung hcrvorgcrufcn. In Groß-Kikinda, in Bäc, inin Alt-Bccsc, in Zombvr (1. Mai) fielen mehr oder minder bedeutendeRuhestörungen vor, Angriffe ans Häuser, Mißhandlung von Magistrats-Beamten darunter des serbischen Magharomanen Stephan Zako;in Wcrschetz wurden die magyarisch abgefaßtcn Kirchenbücher dem Feuer-todc gewidmet n. dgl. Eine Deputation von mehreren hundert Köpfen,die sich aus Neusatz zum Erzbischof Rajacic in Karlovic begab, brachtezuerst die Einberufung eines National-Congrcsses in Anregung, der am13. in der That zusammeutrat und zwei Tage später die einstimmigeErklärung abgab, kaiserlich bleiben, keine Befehle vom Pestcr Ministeriumannehmcn zn wollen. Am 19. wurde Oberst Suplikac zum Woiwodcn,Metropolit Rajacick znm Patriarchen erkoren, und eine feierliche Depu-tation mit der Bitte um Bestätigung dieser Wahl-Acte nach Innsbruckentsendet.

Gleiches Widerstreben gegen die magyarischen Hegemonie-Gelüstebekundeten die sicbcnbürgischen Romanen. Eine mehrere tausend Köpfezählende Volksversammlung auf der Ebene von Blascndorf kündigte infeierlicher Erklärung der Pester Regierung den Gehorsam auf, 15. Mai,während der magyarisch-szeklcrischc Landtag zu Klausenbnrg eben sofeierlich die Union mit Ungarn proclamirte, 30. Noch vor diesem Be-schlüsse war cs im Lande zn gewaltsamen Auftritten gekommen. Am 82.hatte eine Division des 1. Szckler-Regimcnts bei ihrem Durchmärschedurch Leschkirch die Einwohner gezwungen, die von ihrem Kirchthurmwehende kaiserliche Fahne herabzunchmen, am 25. eine andere Abthcilungdesselben in dem romanischen Flecken Koslärd schmählichen Unfug ge-trieben. Am 2. Juni floß in dem benachbarten Flecken Mihälyfalvadas erste Bürgcrblut, wo ans Anlaß agrarischer Widersetzlichkeit beidreißig Walachcn getödtct, mehr als hundert verwundet wurden. Daswaren die Anfänge jenes erbitterten Kampfes zwischen der ungarischenTricolore und dem schwarzgoldcncn Banner, der über das unglücklicheLand so maßlose Verluste an Gut und Blut bringen sollte.