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I. 5. Der Slaven-Congreß und die untern Donau-Länder.
um das Vaterland verdient gemacht; am 9, Vcichandlnng und Abstim-mung darüber, die mit der geringen Mehrheit von 19 Stimmen dasUcbcrgehcn zur Tagesordnung zur Folge hatte. Darob gewaltige Auf-regung unter den seit den Morgenstunden das Sitznngs-Üoealc in dicht-gedrängten Hansen umlagernden Massen; Rufe, die National-Versammlungzn sprengen; Angriffe gegen den hcranstrctcndcn Minister v. Arnim undeinzelne Abgeordnete, die mit Mühe den Händen der wilden Menteentrissen und ans das Universitäts-Gebäude in Sicherheit gebracht werden.Am 14. neue Unruhe» der Erdarbeiter, Entfaltung der rothcn Fahneauf dem Alcxandcrplatzc; zuletzt Erstürmung des Zeughauses, dessenInneres bei Fackelschein dnrchwühlt und anögcranbt wird. Am 15.Verwerfung des VcrfassnngscntwnrseS mit einer Mehrheit von 46 Stim-men; am 20. Rücktritt des Ministeriums, an dessen Stelle am 28. dasvon Ancrswald und Hanscmann tritt.
Wie in Berlin gab cs an vielen anderen Orten DeutschlandsGährnngcn, die durch allerhand sclbstgcschaffcnc Vertretungen, wie das„Stndcnten-Parlamcnt" zn Eisenach, 12. Juni, den demokratischen Con-greß zn Frankfurt a. M., 14., nur noch gesteigert wurden. Im Württcm-bcrgischcn folgte eine Militär-Emcntc ans die andere, am 15. in Hcil-bronn, am 22. in Lndwigsbnrg, am 27. in Ulm. Am 18. und 19.war große Revolution in dem kleinen Altenbnrg, Sturmgeläute, Zuzügeans der Umgegend, Bannenden n. dgl. m.
5.
Wir sind mit der andcntcnden Schilderung dieser Ereignisse tief inden Juni hincingcrathen, der in den Gang der mitteleuropäischen Re-volution den ersten bedeutsamen Abschnitt bringen sollte. Doch geschahdas erst gegen Ende des Monats, dessen erste beide Drittel Vorfälledes verschiedensten Charakters ausfülltcn.
Nach dem Mißlingen des Aufstandes in Krakau hatte die revolu-tionäre Propaganda ihr nächstes Augenmerk ans Prag gerichtet, wo dieGemüthcr des slavischen Thcilcs der Bevölkerung in eine immer gereiztereStimmung einerseits gegen Wien, andererseits gegen Frankfurt gcrathcn