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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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fcn wurde, ein mehr als bloß historisches Interesse in Anspruchnehmen. Von den damals hoch gehaltenen und viel gepriesenenErrungenschaften" hat nicht eine einzige irgend welche praktischeBeziehungen zur Gegenwart fortznerhaltcn vermocht. Die damaligegesetzliche Regelung derPreßfreiheit" ging in den ersten April-tagen in Flammen auf; dieNationalgarde" ist bis ans ihreletzten Spnren aus unseren! öffentlichen Leben verschwunden;die am 15. März verheißene und am 25. April gegebeneCon-stitution" wurde durch die Wiener Mai-Demonstrationen ein fürallemal zurückgewiescn; selbst die neue Verfassung, die der WienerReichstag den Völkern Österreichs zu bringen hatte, war vorOctober noch nicht einmal in den Abtheilnngen desselben überdie Bcrathung des Entwurfes der Grundrechte hinaus. Erst dasMinisterium Schwarzenberg-Stadion, der Reichstag von Krcmsierund der Thronwechsel in Olmüz bilden die Momente, von denenans die Geschicke unseres Kaiserstaates in jenen Fluß geriethcn,ans dessen Wogen sic noch heute dem noch unerreichten bergenden Hafenznsteucrn. Aber jene Momente selbst, läßt sich ihr Herankommen,ihr Eintreten, ihr Arbeiten und Wirken nach Gebühr würdigen,wenn die österreichischen Zustände jener Tage nicht überall inZusammenhang mit der allgemeinen Weltlage gebracht werden, inderen Umrahmung sic erst ihre rechte Stelle und Erklärung finden?

Bon solchen Erwägungen festgehaltcn glaubte der Verfasserdein Beginn seiner eigentlichen Erzählung zweierlei voransschickcnzu müssen:

eine eingehende Klarstellung des Thatsächlichcn jener Ka-tastrophe, von deren Abschluß die Geschichte des heutigen Öster-reich ganz eigentlich anhcbt: der Bezwingung der Revolutionim Herzen der Monarchie; und

eine Übersicht der mit der allgemeinen Weltlage in un-ausgesetzter Verbindung befindlichen Zustände, Verhältnisse undStimmungen der österreichischen Länder im Spütjahre 1848.