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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Anmerkungen.

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seines Kaisers und obersten Kriegsherren gegeben habe, wird sich doch bis an's Endeder Welt kein Besonnener einreden lassen. Es läßt sich vernünftiger Weise nichtsanderes annehmen, als daß die kaiserliche Artillerie es auf die hinter und nächstder Burg gelegenen Stadttheile abgesehen hatte; und lag es dabei so außer allemBereich der Möglichkeit, daß ein oder das andere Geschoß sein Ziel verfehlte und anStellen einschlug, ans die es seine Sender nicht gemünzt hatten? Hierbei ist auchder Umstand in Rechnung zu bringen, daß, als es zum Bombardement der inner»Stadt kam, an Raketen und Granaten die Brandröhrcn absichtlich verkürzt wurden,damit sie noch in der Lust oder auf dem Glacis unschädlich platzen sollten;man hatmehr durch Schrecken als durch Zerstörung wirken wollen, wie dieß tatsächlich inPrag der Fall gewesen; daher die verhältnißmäßig wenigen Brände in der iiineruStadt im Vergleich zu den häufigen in den Vorstädten in den Tagen zuvor." Nunläge die Einwendung nahe:Der letztere Umstand sei allerdings nicht zu leugnen;allein sei daraus, daß die Brände in der Stadt meist schnell gelöscht worden, währenddas Dach der Hos-Bibliothek und des Naturalien-Cabinets, kaum daß man die Gefahrbemerkt, auch schon in Hellen unbezwinglichen Flammen dagcstanden, nicht zu schließen,die Geschütze des Militärs, deren Zünder andere Häuser nur vereinzelt getroffen, seienmit absichtlicher Beharrlichkeit auf jene beiden Gebäude gerichtet worden, wie das nachallen Zeugnissen bezüglich des Kolovrat'schen Palastes der Fall gewesen?" Wirsagen: Stein! Daß das gefährliche Element, dessen man an andern Orten bald Herrwurde, in der Dachung der Hos-Bibliothek mit verheerender Schnelligkeit um sichgriff, erklärt sich uns ganz einfach ans der nicht zu leugnenden Thatsache, daß sichhier an vielen Punkten Pechkränzc vorfanden, denen sich der Zündstoff auch nureines einzigen Geschosses, das zufällig seinen Weg dahin gefunden, schnell mit-theilen und dadurch eine nicht aufzuhaltende Verbreitung des Brandes zur Folgehaben mußte. Was die unaufhaltsame Verwüstung am Dache des Naturaliencabinctsbetrifft, so hat man kaum nöthig, nach einem andern Erklärungsgrunde zu suchen,sobald man an die zahllosen Kisten dort aufgespeicherter Vorräthe von getrocknetenzoologischen und botanischen Gegenständen aller Art denkt. Wir fassen also dasErgebniß unserer Erwägungen in den Satz zusammen, daß aller Wahrscheinlichkeitnach der Brand der kaiserlichen Hofgcbände von Seite der Aufständischen absicht-lich vorbereitet, aber durch die Geschosse des Militärs unabsichtlich hervor-gernsen worden sei.

276) S. 407. Der Aufsatz imOesterr. Soldatenfreund" 1850, Nr. 105:Ehrenhalle XI" ist mit offenbarer Parteilichkeit für Csorich, den zu jener Zeit hoch-gebietenden Kriegsminister, abgefaßt, wogegen die Thätigkeit Hartlieb's, dessen Prädicatvon Wallihor" sich von seiner Theilnahme an den Ereignissen vor dem Bnrgthorherschreibt, ganz ungerechter Weise in den Hintergrund geschoben wird. Das eigent-liche Verdienst der Bewältigung des Burgthors im entscheidenden Momente abergebührt ohne Frage dem Rathe Kalik's und dem Entschlüsse JablonowSki's. Zur selbenZeit, da Csorich mit dem Thcresicnkreuze geschmückt wurde, widmete das RegimentNassau seinem früheren Obersten, dem Nachkommen jenes Jablonowski, der sich 1683als oberster Hetman im Heere SobieSki's gleichfalls vor Wien ausgezeichnet hatte,einen Ehrenbccher, worauf die Erstürmung des Bnrgthors angebracht war.Oesterr.Soldatensr." 1850, S. 683.

277) S. 408.Merkwürdig ist es und wirklich unbegreiflich, wo man anseinmal die vielen weißen Fahnen hernahm. Beinahe aus jedem Hause hängt jetzteine solche, meist wohl nur ein Stück Leinwand oder ein Weißes Schnupftuch heraus;