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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Anmerkungen.

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Auskunft gab. Als Stadlcr eines Tages im Gespräche mit dem berittenen Fürstenneben diesem eiichcrgiug, trat hinter ihnen unbemerkt ein Grenadier ans dem Gliedund schritt, das Auge unverwandt ans Stadlcr gerichtet, mit vorgchaltcncnr Bajonnelhinter ihm her, offenbar um bei der geringsten verdächtigen Bewegung sich ans ihnzu stürzen. Windischgrätz' Grenadiere tränten seit den Prager Innungen keinemMenschen, der nicht den Rocl des Kaisers trng.

118) S. 184. Unser strenges Urtheil gerechtfertigt zu finden, braucht man »nrPittersdorff'ü eigene beide Referate, in den ,,Verhandlungen des öftere. Reichs-tages nach der stenographischen Aufnahme" III, S. 847350, und in seinemhand-schriftlichen Nachlaß" (Wien, 1868, Braumüller) S. 168 166 gegeneinander zuhalten. Der letzteren Auszeichnung liegen ohne Zweifel dieNotaten" zu Grunde,die Pittersdorfs, wie er im Reichstage selbst ansührte, unmittelbar nach demVorgänge in Hctzcndorf zu Papier gebracht hatte. In einem Nachwort zu dieserAufzeichnung bemerkt Pittersdorfs, er habe dem Reichstagedas Ergebnis dieserUnterredung nur in seinen Hanptnmrisscn mitgctheilt', da er sonst Gefahr gelaufenwäre,von den Führern der Umsturzpartci als Verräthcr bezeichnet und als solcherder Rache des Volkes prcisgcgebcn zu werden". Wenn diese Entschuldigung eineseltsame Illustration zu der fort und fort wiederholten Behauptung bildet, in Wiensei im Oktober nichts von Anarchie und Terrorismus gewesen, so steht der vorher-gehende Satz, Pillcrsdorff habe dem Reichstage das Ergebnis seines Gesprächesnurin seinen Hanptnmrissen" mitgcthcilt, auf »och schwächeren Füßen. Pittersdorfshat dem Reichstage vielmehr etwas ganz anderes vorgeschwätzt, als was in Hetzen-dorf verhandelt worden war. So erzählte er in der Wintcrreitschnlc, er habe demFürsten gesagt, das; Wien sich stetsdurch Ordnungsliebe ausgezeichnet" »nd diesernie entsagt" habe; daß cs dieselbein den Tagen vielfältiger Volksnnrnhcn undGefahren auf eine bewunderungswürdige und beispiellose Weise bethätigt" habe; einBelagerungszustand könnenur gegen eine feindliche oder in Aufruhr begriffene Stadtin Anwendung gebracht werden", Wien aber sei nie eine feindliche Stadt gewesenund derglückliche Zustand von Ordnung und Sicherheit", der in Wien herrsche, seieine Sache, von derjeder sich täglich überzeugen" tonne; diese Erwägungen habeermit allem Nachdruck dem Befehlshaber derjenigen Macht, von der Wien umgebenist", cntgcgcngchalten, habe ihr»mit aller Wärme und Festigkeit" die Verantwort-lichkeit nahcgclcgt, die er ans sich lade n. dgl. m. Von alle dem nun ist in demhandschriftlichen Nachlaß" entweder gar nichts oder da« gerade Gegenthcil zu finden.Mit Wärme und Naclchrnck kor,nie Pittersdorfs gar nicht reden; er besaß eine Zungengelänfigtcit wie lein zweiter, aber der rasche Fluß seiner Worte glitt leicht und gleich-mäßig dahin. Vollends am 24. vor Windischgrätz hat Pillcrsdorff, wie seine eigenenAuszeichnungen erkennen lassen, eher eine bescheidene als eine heroische Sprache ge-führt. Daß in Wien Ruhe und Ordnung herrschte, mit dieser offen kundigenLüge wagte er sich vor dem kaiserlichen Feldherr» nicht heraus; im Gegentheile ließer diein der Mehrzahl schuldlose Bevölkerung" in den Vordergrund treten; wieshin ans die Gefahren derherrschender! Aufregung", die von den-Wühlern undExaltirten" noch genährt werden könnte; sprach die Befürchtung ans,daß das Pro-letariat in seinen Ausschweifungen Rohheiten und Verletzungen des Eigcnlhnmsrcchtcsbegehe" w. Wenn Pillcrsdorff vor dem Rei.lrstage mit diesem wahren In-halte seiner Unterredung mit Windischgrätz heransgcrückt wäre, würde er schwerlichdie überschwänglichen bobsprüche der radioalcn Tagcsblättcr eingeheinrst haben, vondenen z. B. dieDeutsche Zeitung ans Böhmen" Nr. 85 v. 4. November, S. 288