474 Anmerkungen.
diese ..entweder zufällig oder aus Unachtsamkeit oder Unkenntniß mit den scharfenPatronen vermengt'' worden seien.
68) S, 118. Siehe darüber den, freilich sehr parteiisch gehaltenen Aussatz: „DerBolksaufsiand zu Brünn am 18. Oktober" in Gretschnigg'S „Volks-Zeitung" Nr. 18v. 11. Nov. 1848. — Ein a. h. Handschreiben v. 24. Oktober an den Ober-Com-mandanten der mährischen Nationalgarde F.-M.-L. Malter sprach den Mitgliedern derBrünner Bürgerwehr für ihre „dem ächten Geiste des Volks-Instituts der National-garde" entsprechende Haltung die „volle Anerkennung" des Kaisers aus. Auch dermährische Landtag votirte in seiner Sitzung vom 20. Oktober der Brünner National-garde und dem in Brünn stationirten k. k. Militär Dank und Anerkennung „für ihrbesonnenes und würdiges Benehmen am 18. Oktober". Mähr. Landtagsblatt (Brünn,Karl Winiker, 1849), S. 463 f.
69) S. 119. lieber die Linzer Vorgänge s. „Linzer Tänzeln und Linzer Gstan-zeln" im „Charivari" Nr. 106 v. 25. und den Bericht W elcker's in der Pauls-kirche am 29. November (Stenogr. Verhandlungen V, S. 3690 s.) — Bei DunderS. 551 berichtet der Garde Grünfeld, die Linzer hätten sich bei Mölk (also amrechten Ufer der Donau) ansgeschifft und „warten nun am linken Donauufer ansSuccnrs, um nach Wien kommen zu können."
70) S. 119. Nach vr. F. S. Pichler's Geschichte der steir. Freiwilligen(Wien, Braumüller, 1865) S. 145 f„ sollte man meinen, kein Mann vom drittenFreiwilligen-Bataillon sei um Wiens willen fahnenflüchtig geworden. Allein s. Gatti,Ereignisse des I. 1848 in der Steiermark (Grätz, 1850, Kienreich) S. 255 f., undDraxler's „Beleuchtung der Grätzer Oktober-Ereignisse" in dessen „Herold" Nr. 92v. 8. Decembcr 1848, S. 367. — Nach der letzter» Erzählung wurde bei der Afsairevor der Lend-Caserue der „Stock" eines nnbetheiligten Civilisten verwundet, was demOberlieutcnant Brasseur als Urheber dieser Unthat eine zehntätige Stockhaushaft zuzog,ehe er bei Nacht und Nebel seinem vorausmarschirten Bataillon nachgeschickt wurde.
71) S. 120. „Der blutige Schatten des gemordeten Latour schwebte mit be-täubendem Flügelschlag über den Häuptern unserer Machthaber". Draxler a. a. O.
72) S. 120. Gatti S. 266 fs. Anm. — Es ist sehr zu bedauern, daß sich in keinerder vielen Schriften über den Oetober-Aufstand eine verläßliche und vollständige Orärsäs Lutuills — wenn wir diesen Ansdruck auf die militärischen Kräfte der Aufständischenanwenden dürfen — findet, aus der wir z. B. ersehen könnten, welchen der einzelnenCorps die Brünner, Linzer, Grätzer Zuzüge eiugereiht, welchen Commandanteu sieuntergeordnet und wie stark sie au Zahl waren. So wäre cs z. B. wünschenswerthzu wissen, was für eine nähere Bewandtnis es mit dem Eisenbach'schen Schützen-Freicorps hatte, ob dasselbe blos aus den nach Wien gekommenen Steirern bestandoder ans verschiedenen Elementen zusammengesetzt war. Aus den kriegsgerichtlichenUrtheilen wissen wir nur, daß Eisenbach Oberst dieses Corps, das „zwei kompletteBataillons" umfaßt haben soll, daß Wenzel Zeban einer der Hauptleutc, CamilloSchlechter Adjutant in demselben war, und daß Eisenbach 1 fl., seine Leute 40 kr.täglichen Sold erhielten. — Die Beschreibung des Anzugs der „Steirer Schützen",die wir irgendwo fanden, scheint nur aus Ausreißer vom dritten Freiwilligen-Bataillonzu passen: dunkelgrüner Stürmer, dessen linke Krämpe hinausgcschlageu, mit einerdeutschen Kokarde und einer weißen Reiherseder geziert, an der um den Hut gewun-denen schwarzrothgoldeneu Schnur zwei herabhängende riesige Quasten, zwillchenerKittel mit grünen Tnchaufschlägen, ein Stutzen über die Schulter gehangen, an derlinken Hüfte ein Hau-Bajonnet.